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Hesychasmus
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Der Hesychasmus (altgriechisch áŒĄÏÏ
ÏαÏÎŒÏÏ hÄsychasmĂłs) ist eine Form von SpiritualitĂ€t, die im Mittelalter von byzantinisch-orthodoxen Mönchen entwickelt wurde. Seine Ausgangsbasis bilden Verhaltensregeln des spĂ€tantiken Mönchtums. Der Begriff ist von dem griechischen Wort hesychia (áŒĄÏÏ
Ïία hÄsychĂa) abgeleitet, das âRuheâ oder âStilleâ bedeutet. Mit hesychia verbinden sich die Vorstellungen von Gelassenheit und innerem Frieden. Hesychasten machen die Erlangung und Bewahrung solcher Ruhe zum Ziel intensiver systematischer BemĂŒhungen.
Der Verwirklichung der hesychia dient beharrliches Ăben im Rahmen einer speziellen Gebetspraxis. Hesychasten wiederholen ĂŒber lange ZeitrĂ€ume mehrmals das Jesusgebet, unter Einsatz einer Atemtechnik zur Förderung der Konzentration. Angestrebt wird der Zustand des völligen Seelenfriedens, der als Voraussetzung fĂŒr das Erleben einer besonderen göttlichen Gnade gilt: Nach der Auffassung der Hesychasten können Betende das ungeschaffene Taborlicht in einer Vision wahrnehmen. Die Lehre, der zufolge im ungeschaffenen Licht Gott selbst anwesend und sichtbar ist, gehört seit dem SpĂ€tmittelalter zum Kernbestand der hesychastischen Ăberzeugungen.
Ihr Zentrum hatte die mittelalterliche hesychastische Bewegung in den Klöstern und Skiten auf dem Berg Athos. In ihrer BlĂŒtezeit im SpĂ€tmittelalter breitete sie sich auch in den nördlichen Balkanraum und nach Russland aus. Unter der osmanischen Herrschaft trat die hesychastische Praxis in den ehemals byzantinischen Gebieten in den Hintergrund. Die Tradition brach aber nicht ab und fand auch im russischen Mönchtum der FrĂŒhen Neuzeit Fortsetzer. Ab dem 18. Jahrhundert kam es zu einem âneuhesychastischenâ Aufschwung, dessen Folgen in der Orthodoxie weiterhin spĂŒrbar sind. Im frĂŒhen 20. Jahrhundert knĂŒpfte die Imjaslavie-Bewegung an die hesychastische Tradition an.
Theologisch ist der Hesychasmus eng mit der Lehre seines bekanntesten Vertreters Gregorios Palamas (â 1359), dem âPalamismusâ, verknĂŒpft. Zu Lebzeiten des Palamas war er umstritten. In den orthodoxen Kirchen hat er sich dauerhaft durchsetzen können, doch auĂerhalb der Orthodoxie ist er ĂŒberwiegend auf Ablehnung oder ZurĂŒckhaltung gestoĂen. AnstoĂ erregt bei Kritikern seit jeher die Behauptung, etwas Ungeschaffenes und somit Göttliches könne wahrgenommen werden. Dagegen wird eingewendet, das sei wegen Gottes absoluter Transzendenz ausgeschlossen. Kontroverse Debatten dauern bis in die Gegenwart fort. Oft wird der Hesychasmus mit seiner VerheiĂung eines unmittelbaren persönlichen Zugangs zur Gottheit als Gegenpol und Alternative zu einer diskursiven, mit Ungewissheit belasteten Wahrheitssuche betrachtet. Hesychasten lehnen die Verwendung einer philosophischen Methode in der Theologie ab. Der Einfluss des Hesychasmus und des Palamismus hat in der orthodoxen Welt das Streben nach einer Synthese von Philosophie und Theologie im Sinne der westlichen scholastischen Vorgehensweise nachhaltig diskreditiert.
Contents
âą Geschichte
âą Neuzeit
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Begriffsverwendung
Da sich die hesychastische Theorie und Praxis in einem jahrhundertelangen Prozess ausgeformt hat, lĂ€sst sich die Entstehung der Bewegung zeitlich nicht eindeutig fixieren. FrĂŒhestens im 12. Jahrhundert begann herkömmliches kontemplatives Gedankengut die besondere AusprĂ€gung zu erhalten, die der heute gĂ€ngigen Verwendung des Begriffs âHesychasmusâ entspricht. Im spĂ€tmittelalterlichen und neuzeitlichen Hesychasmus wird jedoch eine weit zurĂŒckreichende KontinuitĂ€t der Tradition betont; es handle sich um eine uralte Praxis betrachtender Versenkung, die sich bis in die Zeit der spĂ€tantiken KirchenvĂ€ter zurĂŒckverfolgen lasse. NachdrĂŒcklich ordnen sich die Hesychasten seit dem SpĂ€tmittelalter in die Tradition der altkirchlichen Kontemplation ein. Die Berufung auf altkirchliche AutoritĂ€ten soll ihren Anspruch legitimieren, sie seien keine Neuerer oder gar HĂ€retiker, sondern die getreuen Wahrer des Erbes der antiken VĂ€ter des Mönchtums. Damit werden die allgemein als vorbildlich anerkannten antiken Mönche als die eigentlichen BegrĂŒnder der hesychastischen Praxis dargestellt. Die Berechtigung dieser AnknĂŒpfung an die Epoche der Alten Kirche ist jedoch umstritten. Daher werden die Bezeichnungen âHesychasmusâ und âHesychastenâ in der modernen Fachliteratur oft vermieden, wenn von den antiken und frĂŒhmittelalterlichen VorlĂ€ufern der spĂ€teren Kontemplationsbewegung die Rede ist. Diese AusdrĂŒcke bleiben gewöhnlich der im engeren Sinne hesychastischen Strömung vorbehalten, die sich ab dem 12. und 13. Jahrhundert im byzantinischen Mönchtum ausgeformt und spĂ€ter ĂŒber die ganze orthodoxe Welt ausgebreitet hat. Sie unterscheidet sich von Ă€lteren Richtungen durch besondere Betonung und Herausarbeitung der körperlichen Aspekte der kontemplativen Praxis. Dazu gehört der systematische Einsatz der Atemtechnik als Hilfsmittel.cite-ref-1[1]
Spirituelle Strömungen der Zeit seit dem 18. Jahrhundert, deren Vertreter sich auf traditionelles hesychastisches Gedankengut berufen, werden unter der Bezeichnung âNeuhesychasmusâ zusammengefasst.cite-ref-2[2]
Geschichte
Antike VorlÀufer
Eine Gebetspraxis, die mit der hesychastischen in wesentlichen Aspekten ĂŒbereinstimmt, ist schon im altkirchlichen Mönchtum nachweisbar. Bereits die Apophthegmen (AussprĂŒche) des WĂŒstenvaters Antonios dem GroĂen (â 356), eines in der Ă€gyptischen WĂŒste lebenden Eremiten, und anderer Mönche der FrĂŒhzeit enthalten Verhaltensregeln wie das âBewahren der Zungeâ zur Erhaltung der Wachsamkeit und Ruhe/Stille (hesychia). Lebensbeschreibungen der frĂŒhen Asketen schildern die entsprechende Praxis. Diese in der SpĂ€tantike und im Mittelalter einflussreichen Schriften zeichnen das Bild eines idealen Mönchtums. Vor allem die AutoritĂ€t des Antonios wirkte stark nach; er erhielt den Beinamen âder GroĂeâ und wurde als bedeutender Heiliger und als Urvater des Mönchtums verehrt. Eng mit der hesychia verbunden war die nepsis (ΜáżÏÎčÏ nážpsis: âNĂŒchternheitâ, âWachsamkeitâ, âAchtsamkeitâ), die Ăberwachung der eigenen Gedanken und rigorose ZurĂŒckweisung aller Vorstellungen und Impulse, die dem inneren Frieden abtrĂ€glich sein könnten.cite-ref-3[3]
Der WĂŒstenasket und Schriftsteller Euagrios Pontikos (â 399), ein SchĂŒler des berĂŒhmten Kirchenvaters Gregor von Nazianz, gehörte zu den VorlĂ€ufern des Hesychasmus, die ihre Gebetsform in der Ă€gyptischen WĂŒste praktizierten. Er gab Anleitungen fĂŒr die Praxis und schuf eine theoretische Grundlage. UnablĂ€ssige kurze Anrufungen Gottes sollten dem Betenden dazu verhelfen, Ruhe zu finden und Distanz zu den Affekten zu gewinnen. Erstrebt wurde der GemĂŒtszustand apatheia (Gleichmut, UnerschĂŒtterlichkeit), den man durch Reinigung der Seele von schĂ€dlichen Leidenschaften erlangen wollte. Euagrios lehrte, der zu solcher Seelenruhe Gelangte sei zu âreinem Gebetâ fĂ€hig; dem so Betenden werde seine Einheit mit Gott erfahrbar âwie in einem Spiegelâ.cite-ref-4[4] Ein weiterer VorlĂ€ufer des Hesychasmus war âPseudo-Makariosâ, ein unbekannter Autor des 4. Jahrhunderts, der mit Makarios dem Ăgypter, einem berĂŒhmten âWĂŒstenvaterâ, gleichgesetzt wurde und daher in hohem Ansehen stand. Er stellte mönchische Lichtvisionen als mit biblischen Gotteserscheinungen und insbesondere der VerklĂ€rung Christi gleichartig dar. Damit wurde er fĂŒr die mittelalterlichen Hesychasten zu einer wichtigen AutoritĂ€t, auf die sie sich bei der Rechtfertigung ihrer Lichtlehre berufen konnten.cite-ref-5[5]
Bischof Diadochos von Photike (â vor 486) empfahl ein stĂ€ndiges Gebet, mit dem man sich den Namen des âHerrn Jesusâ unablĂ€ssig vergegenwĂ€rtigt. Der genaue Wortlaut seines Gebetsrufs ist zwar nicht ĂŒberliefert, doch handelt es sich offenbar um eine frĂŒhe Form des Jesusgebets oder âimmerwĂ€hrenden Herzensgebetsâ, einer in verschiedenen Versionen ĂŒberlieferten Anrufung des Namens Jesu. Damit trat die PrĂ€senz des stĂ€ndig wiederholten Gottesnamens als zentrales Element des Strebens nach hesychia in den Vordergrund. Diadochos meinte, man könne die âAusgĂ€nge des Geistes durch die Erinnerung an Gott verstopfenâ und so Konzentration ermöglichen. Wenn die Kraft der Seele die Leidenschaften völlig beherrsche, könne derjenige, der den heiligen Namen in der Tiefe seines Herzens stĂ€ndig erwĂ€ge, das Licht seines eigenen Geistes erblicken, da er unter der Einwirkung des göttlichen Lichts stehe. Eine Schau Gottes oder des göttlichen Lichts sei dem Betenden aber nicht möglich und man solle sich vor trĂŒgerischen Lichtvisionen hĂŒten, die einen solchen Eindruck erwecken.cite-ref-6[6]
FrĂŒhe Phasen der Ausformung des mittelalterlichen Hesychasmus
Der im 7. Jahrhundert tĂ€tige asketische Mönch und Schriftsteller Johannes Klimakos wies in seiner einflussreichen Schrift Klimax (Leiter) auf die Bedeutung des Atems hin. Er empfahl, die Namensanrufung mit dem Atem zu verbinden; dann werde man den Segen der Ruhe, der hesychia, erfahren. Nach der eingehenden Darstellung in der Klimax fĂŒhrt das Erklimmen der spirituellen âLeiterâ den Asketen schlieĂlich zur Gottesbegegnung und zur Erfahrung der Gemeinschaft mit Gott. Klimakos unterscheidet dreiĂig Stufen des Aufstiegs zur Vollkommenheit der Gottesgemeinschaft. AusfĂŒhrlich behandelt er zunĂ€chst die Ausrottung der Laster und Ăbung der Tugenden, wobei in AnknĂŒpfung an die Tradition der spĂ€tantiken VĂ€ter die Pflege der Wachsamkeit und NĂŒchternheit eine wesentliche Rolle spielt. Störungen mĂŒssen nach der Klimax anfangs abgewehrt werden, spĂ€ter wird man ihnen gegenĂŒber unempfindlich. Auf den vier obersten Stufen, nach der Reinigung der Seele, geht es um die Gottesschau (ΞΔÏÏία theĆrĂa) in der hesychia. Klimakos gilt insbesondere wegen seiner Beachtung der Rolle des Atems und seiner Hervorhebung des Lichts in der Gottesschau als VorlĂ€ufer der hesychastischen Lehrer des 13. und 14. Jahrhunderts, die sein Gedankengut stark rezipierten.cite-ref-7[7]
Die Verrichtung und den spirituellen Hintergrund des Jesusgebets behandelte der frĂŒhmittelalterliche Kirchenschriftsteller Hesychios der Sinait (Synaites) in seiner Schrift Ăber die NĂŒchternheit und die Tugend, die ebenfalls eine starke Nachwirkung erzielte. Er legte groĂes Gewicht auf die nepsis (NĂŒchternheit, Achtsamkeit) als Grundtugend, zu deren Bewahrung er das Jesusgebet empfahl; die Anrufung solle möglichst bestĂ€ndig sein und nicht von Gedanken oder bildlichen Vorstellungen begleitet werden.cite-ref-8[8] Auch er sah einen Zusammenhang zwischen dem Atem und dem Gebet, das am Atem âanhaftenâ solle.cite-ref-9[9]
Symeon der Neue Theologe (949â1022) kannte und befĂŒrwortete eine Gebetsweise, die bereits hesychastische Elemente enthielt. Seine Gedankenwelt hat die Entstehung und Entwicklung des Hesychasmus beeinflusst. Insbesondere seine Ăberzeugung von der Wahrnehmbarkeit des göttlichen Lichts, das er auch selbst gesehen zu haben behauptete, entspricht der hesychastischen Einstellung. Energisch widersprach er der Ansicht derer, die glaubten, eine Gotteswahrnehmung sei erst nach dem Tod im jenseitigen Leben möglich. Er meinte, wer reinen Herzens sei, könne die Gnade der Gottesschau empfangen, bekomme damit Anteil am göttlichen Leben und bedĂŒrfe dann keines irdischen Lehrers mehr, auch wenn er ganz ungebildet sei. Bei den Mönchen des Mamas-Klosters, dessen Abt er war, stieĂ Symeon mit seiner Lehre auf scharfe Ablehnung. Sie sahen darin einen teuflischen Wahn und meinten, er sei einer TĂ€uschung durch DĂ€monen zum Opfer gefallen.cite-ref-10[10]
Bis ins frĂŒhe 20. Jahrhundert wurde Symeon irrtĂŒmlich als der Autor des Traktats Methode der heiligen Anbetung und Achtsamkeit (MĂ©thodos tÄs hierÄs proseuchážs kai prosochážs) betrachtet. Da dieses Werk die Ă€lteste bekannte im eigentlichen Sinn hesychastische Schrift ist, galt Symeon zu Unrecht als Vater des Hesychasmus. Erst neuere Untersuchungen â insbesondere des Kirchenhistorikers IrĂ©nĂ©e Hausherr â haben gezeigt, dass die spezifisch hesychastische Gebetspraxis nicht auf ihn zurĂŒckzufĂŒhren ist. Der unbekannte Verfasser der Methode der heiligen Anbetung und Achtsamkeit (Pseudo-Symeon) lebte erst im 12. oder 13. Jahrhundert.cite-ref-11[11] Eine weitere fĂŒr die FrĂŒhzeit wichtige Abhandlung, Ăber die NĂŒchternheit und Wachsamkeit des Herzens, entstand um die Mitte des 13. Jahrhunderts; ihr Verfasser war der aus Italien stammende Athosmönch Nikephoros der Hesychast, der auch Nikephoros Athonites oder Nikephoros Hagioreites genannt wird. Pseudo-Symeon und Nikephoros waren die ersten Autoren, die genaue Anweisungen zum Atem und zur Körperhaltung gaben. Zu den bekanntesten ReprĂ€sentanten des Hesychasmus in dieser Epoche zĂ€hlt auch der im 13. und frĂŒhen 14. Jahrhundert tĂ€tige einflussreiche Bischof Theoleptos von Philadelpheia, ein SchĂŒler des Nikephoros.cite-ref-12[12] Kirchenpolitisch widersetzten sich diese Kreise nachdrĂŒcklich einer Kirchenunion zwischen der orthodoxen und der katholischen Kirche. Sie betonten die spezifisch orthodoxen Lehren, welche die Orthodoxie vom Katholizismus trennen. Damit traten sie in Opposition zu Kaiser Michael VIII., der im Jahr 1274 die Kirchenunion aus politischen GrĂŒnden erzwang. Nikephoros der Hesychast profilierte sich als Unionsgegner und musste deswegen in die Verbannung gehen. Auch Theoleptos bekĂ€mpfte die Union energisch.cite-ref-13[13]
Die spĂ€tmittelalterliche BlĂŒtezeit
In der ersten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts begann die BlĂŒtezeit des byzantinischen Hesychasmus. Sie wurde von einer Erneuerungsbewegung eingeleitet, die vom Athos ausging. Deren wichtigster WortfĂŒhrer wurde der Athosmönch Gregorios Palamas (1296/1297â1359), der seit 1368 in der orthodoxen Welt als Heiliger verehrt wird. Seine Lehre, der nach ihm benannte âPalamismusâ, lieferte der hesychastischen Praxis eine theoretische BegrĂŒndung und Rechtfertigung. Sie warf aber auch Probleme auf, die zu schweren Anfeindungen fĂŒhrten und heftige Streitigkeiten verursachten. In seiner BlĂŒtezeit erlebte der Hesychasmus zwar eine bedeutende Ausdehnung seines Einflusses, musste sich aber zugleich gegen massiven Widerstand behaupten. Erst nach der Brechung dieses Widerstands im kirchenpolitischen Kampf konnte er sich ungehindert entfalten.
Die Deutung der hesychastischen Visionen als Taborlicht
Schon seit der Antike war in spiritueller Literatur von Lichterscheinungen die Rede, die einzelne Mönche nach ihren Angaben wĂ€hrend der Kontemplation erlebten. Ăber die Frage, von welcher Beschaffenheit solches Licht sei und was von derartigen Visionen zu halten sei, gingen die Meinungen auseinander. Im spĂ€tmittelalterlichen Hesychasmus setzte sich die Auffassung durch, es sei â im Fall einer echten Schau â das âTaborlichtâ. Das von den betenden Mönchen Wahrgenommene sei nichts Geringeres als das Licht, das die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes laut dem Bericht der drei synoptischen Evangelien bei der VerklĂ€rung Christi auf einem nicht namentlich genannten Berg gesehen hatten.cite-ref-14[14] Es wird Taborlicht genannt, da es sich bei dem Berg nach auĂerbiblischer Ăberlieferung um den Berg Tabor in GalilĂ€a handelt.cite-ref-15[15] Im palamitischen Hesychasmus bildet die Schau des Taborlichts den Höhepunkt möglicher Gnadenerfahrung des hesychastisch Betenden. Dazu bemerkte Palamas, das Licht, das den JĂŒngern bei der VerklĂ€rung Christi auf dem Tabor erschienen sei, sei identisch mit dem Licht, das in der Gegenwart von den durch Tugend und Gebet gereinigten Seelen wahrgenommen werde, und zugleich auch das, in dem das Wesen der GĂŒter der zukĂŒnftigen Welt bestehe.cite-ref-16[16]
Somit setzte Palamas das Lichterlebnis der hesychastischen Visionen nicht nur mit dem des biblischen Wunders gleich, sondern im Prinzip auch mit dem Erleben der Seligkeit im Himmelreich. Ăberdies lehrte er, das Taborlicht sei âungeschaffenâ, also kein Teil der Schöpfung, sondern göttlich. Damit erhob er den Anspruch, bei der hesychastischen Vision handle es sich um eine unmittelbare Erfahrung (griechisch ÏΔίÏα peĂra) Gottes. Nach der palamitischen Lehre ist das ungeschaffene Licht immateriell, aber sein Lichtcharakter ist nicht etwa metaphorisch zu verstehen, sondern konkret. Da es unendlich ausgedehnt ist, kann kein Mensch es jemals vollstĂ€ndig erfassen, weder im irdischen Leben noch in der kĂŒnftigen Seligkeit. Die Pilgerschaft im Licht kommt nie an ein Ende.cite-ref-17[17]
Innerhalb des spĂ€tmittelalterlichen Hesychasmus gab es allerdings auch eine Richtung, die betonte, dass nicht alle Lichtvisionen authentisch seien. Der einflussreiche Hesychast Gregorios Sinaites (â 1346), ein Ă€lterer Zeitgenosse des Palamas, warnte vor trĂŒgerischen Visionen, die Erzeugnisse der Phantasie seien. Er teilte aber die Ăberzeugung des Palamas, dass es auch in der Gegenwart echte Erscheinungen des göttlichen Lichts gebe. Diese als solche zu erkennen erfordere eine besondere FĂ€higkeit zur Unterscheidung, die bei spirituell Fortgeschrittenen zu finden sei. Wer noch nicht ĂŒber die nötige Urteilskraft verfĂŒge, solle sich auf die Erfahrung seines Lehrers verlassen, um einer SelbsttĂ€uschung zu entgehen.cite-ref-18[18]
Das hesychastische VerstÀndnis der Wahrnehmung des Ungeschaffenen
Da die Grundannahme des spĂ€tmittelalterlichen Hesychasmus die Wahrnehmbarkeit des Ungeschaffenen â also Gottes â ist, hatte sich Palamas mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sein Konzept mit dem Grundsatz der absoluten Transzendenz Gottes vereinbart werden konnte. Die Transzendenz schien Gott auĂerhalb des Bereichs möglicher menschlicher Erfahrung zu stellen. Daraus konnte gefolgert werden, nur die Schöpfung, nicht der Schöpfer sei fĂŒr den Menschen erfassbar. Eine Gotteserkenntnis sei somit nur auf indirektem Weg â durch Erkenntnis des von ihm Geschaffenen â möglich. Sie sei notwendigerweise niemals unmittelbar und daher stets unzulĂ€nglich. In diesem Sinne lehrte die ânegative Theologieâ, es sei prinzipiell unmöglich, ĂŒber Gott wahre positive Aussagen zu machen, die seine absolute Transzendenz angemessen berĂŒcksichtigen. Dieser Grundsatz fand in der orthodoxen Kirche viel Anklang. Unter den orthodoxen Theologen bestand seit jeher Einigkeit darĂŒber, dass Gottes Wesen dem Menschen prinzipiell unzugĂ€nglich sei. Wer behauptete, er habe eine Gottesschau erlebt, konnte somit nicht Gottes Wesen meinen. Palamas und seine AnhĂ€nger, die Palamiten, bestritten das nicht, erklĂ€rten aber, das Problem der Gotteswahrnehmung sei durch differenzierende Aussagen lösbar. Sie betonten, die dem betenden Hesychasten zuteilwerdende Schau betreffe nicht das unerfassbare Wesen (griechisch ÎżáœÏία ousĂa) des Schöpfers. Erfahrbar seien nur Gottes Energien oder WirkkrĂ€fte (griechisch áŒÎœÎÏγΔÎčαÎč enĂ©rgeiai), mit denen er sich zu erkennen gebe. Dies geschehe bei der Schau des Taborlichts. Die WirkkrĂ€fte seien zwar ungeschaffen, also göttlich und kein Teil der Schöpfung, doch könnten sie dem Menschen offenbart werden. Dadurch werde ihm eine wirkliche Teilhabe (griechisch ΌΔÏÎżÏÎź metocháž) an Gott ermöglicht. Somit stellt die Wahrnehmung des Taborlichts nach der palamitischen Lehre nicht nur eine Begegnung mit Gott dar, sondern der Mensch wird dabei zum Teilhaber des Göttlichen, zwar nicht dem Wesen nach, aber hinsichtlich der göttlichen WirkkrĂ€fte. Es tritt eine Vergöttlichung (thĂ©Ćsis) des Menschen ein. Im ungeschaffenen Licht vereinigt sich Gott mit den Heiligen, wie Palamas mehrfach wiederholt, als Gott mit Göttern.cite-ref-19[19]
Die Unterscheidung zwischen dem unzugĂ€nglichen Wesen und den erfahrbaren WirkkrĂ€ften, wobei aber beide gleichermaĂen dem Bereich des Ungeschaffenen zugeordnet werden, ist fĂŒr die theologische BegrĂŒndung des hesychastischen Konzepts grundlegend.cite-ref-20[20] Sie war jedoch keine Neuerung des Palamas oder anderer Hesychasten, sondern altes Lehrgut der orthodoxen Kirche. Schon die spĂ€tantiken KirchenvĂ€ter Basilius der GroĂe und Gregor von Nyssa und spĂ€ter die einflussreichen frĂŒhmittelalterlichen Theologen Maximus Confessor und Johannes von Damaskus unterschieden zwischen Wesen und WirkkrĂ€ften.cite-ref-21[21]
Die geistige Auseinandersetzung um die palamitische Theorie des Hesychasmus
Mit der BeschrĂ€nkung der Erfahrbarkeit auf die WirkkrĂ€fte entschĂ€rfte Palamas das Problem der Gotteswahrnehmung. Damit hatte er aber diese AngriffsflĂ€che, die der Hesychasmus bot, noch nicht beseitigt. StĂ€rksten AnstoĂ erregte bei Kritikern die Behauptung, den betenden Mönchen sei eine Schau von Ungeschaffenem möglich. Die grundsĂ€tzliche Frage, ob etwas Ungeschaffenes und somit Göttliches wahrnehmbar sein kann, stand im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Palamas und seinen theologischen Gegnern. Diese erbitterten Konflikte, von denen die byzantinische Kirche im 14. Jahrhundert erschĂŒttert wurde, sind unter der Bezeichnung âHesychasmusstreitâ bekannt. Die Beteiligten beriefen sich auf allgemein anerkannte theologische AutoritĂ€ten, insbesondere auf Pseudo-Dionysius Areopagita, und warfen der Gegenseite Abweichung von der Tradition und HĂ€resie vor. Einen fundamental antihesychastischen Standpunkt vertrat der aus Italien stammende Theologe Barlaam von Kalabrien.cite-ref-22[22]
Die Antipalamiten unterstellten ihren Gegnern die Behauptung, der immaterielle und transzendente Gott könne mit irdischen Augen gesehen werden. Sie machten geltend, im Palamismus werde ein als physische RealitĂ€t aufgefasstes Licht mit Gott gleichgesetzt. Eine solche Lehre sei aber mit Gottes Transzendenz unvereinbar, die Vorstellung einer sichtbaren Gottheit sei eine Ungeheuerlichkeit. Gott könne vom Menschen aus den erkennbaren GegenstĂ€nden heraus begrifflich erfasst werden, aber keinesfalls wahrgenommen werden. Barlaam von Kalabrien war der Ansicht, das Taborlicht sei nur ein sinnliches, vergĂ€ngliches, nicht wirklich existierendes PhĂ€nomen, das nur als Symbol eine Bedeutung habe. Ein weiteres Argument gegen die hesychastische Theologie lautete, WirkkrĂ€fte von Gottes Wesen zu unterscheiden sei unzulĂ€ssig, denn dabei werde eine mit Gottes Einheit und Einfachheit unvereinbare Trennung vorgenommen, die unweigerlich zum Polytheismus fĂŒhre. Der Hesychasmus sei nichts anderes als die HĂ€resie des Messalianismus. Ungeschaffene WirkkrĂ€fte könne es nicht geben. Nur Gottes Wesen sei ungeschaffen und somit ohne Anfang und Ende; sein Wirken und seine Werke hĂ€tten einen zeitlichen Anfang und seien ein Teil der Schöpfung.cite-ref-23[23]
Dem ersten Einwand gegen seine Lehre hielt Palamas entgegen, die hesychastische Schau sei nicht sinnlich, da sie nicht durch die Sinne empfangen werde, und auch nicht intellektuell, da sie ein Aufhören aller DenktĂ€tigkeit voraussetze. Das Taborlicht werde zwar mit den Augen aufgenommen, doch sei dies in Wirklichkeit keine Sinneswahrnehmung, denn der Hesychast sehe das Licht weder durch seinen Leib noch durch seinen Intellekt, sondern durch den Heiligen Geist. Nach Palamasâ Auffassung schaut man auf diese Weise nicht mit den Sinnen, doch ist diese Schau noch klarer als eine sinnliche. Das ungeschaffene Licht wird nicht mit den leiblichen Augen, sondern mit âverwandelten Augenâ durch die Kraft des Heiligen Geistes wahrgenommen. Palamas argumentierte, ein natĂŒrliches Licht mĂŒsse fĂŒr jeden durch die Luft hindurch sichtbar sein, was beim ungeschaffenen Licht nicht der Fall sei. Das ungeschaffene Licht sehe der einzelne Hesychast nur aufgrund seiner Tugend und seiner durch diese Tugend hervorgebrachten Reinheit und nicht infolge der Reinheit der Luft.cite-ref-24[24]
Auch den zweiten Vorwurf wies Palamas zurĂŒck. Er bestritt, dass seiner Lehre die Einheit Gottes widerspreche. Nach seiner Argumentation folgt aus der Unterscheidung von Wesen und Energien nicht, dass Gott etwas aus unterschiedlichen Elementen Zusammengesetztes (griechisch ÏÏΜΞΔÏÎżÎœ sĂœntheton) ist. Der Unterschied ist zwar real, doch handelt es sich nicht um zwei ontologisch eigenstĂ€ndige RealitĂ€ten. Vielmehr beziehen sich beide Begriffe nur auf einen einzigen einfachen Gott, der sowohl in seinem Wesen als auch in jeder seiner Energien vollstĂ€ndig prĂ€sent ist. Der Unterschied zwischen ihnen besteht nur darin, dass unter âWesenâ Gott unter dem Gesichtspunkt seiner Unfassbarkeit zu verstehen ist und unter âEnergienâ Gott als sich selbst Offenbarender. Somit können die Energien als Gottheit bezeichnet werden, ohne dass dadurch aus Gott zwei Götter werden. Dies entspricht nach Palamasâ Darstellung auch dem Sprachgebrauch der KirchenvĂ€ter. Auch die These, dass Gottes Wesen seine Wirkkraft ĂŒbertreffe, hielt er nicht fĂŒr problematisch, sondern fĂŒr korrekt und mit der Lehre der KirchenvĂ€ter ĂŒbereinstimmend. Die Energien bezeichnete er als wirkliche Dinge (griechisch ÏÏÎŹÎłÎŒÎ±Ïα prĂĄgmata). Damit meinte er nicht, dass ihnen eine eigenstĂ€ndige Existenz zukomme, sondern nur, dass die fĂŒr sie verwendeten Begriffe keine leeren Wörter seien. Sie seien von Gottes Wesen nicht zu trennen. In gewisser Hinsicht seien sie mit dem Wesen identisch, in anderer nicht. Sie seien etwas anderes als der Heilige Geist und auch nicht als Eigenschaften Gottes zu bezeichnen.cite-ref-25[25]
Ein weiterer Konfliktpunkt war die EinschĂ€tzung der Rolle des Körpers. Die Hesychasten waren der Ansicht, dass neben der Seele auch der Körper des Menschen an der spirituellen BemĂŒhung teilnehme. Körperbezogene Regeln der hesychastischen Kontemplation wie Konzentration auf einen bestimmten Körperbereich und Regulierung des Atems waren Ausdruck dieser Ăberzeugung. Nach dem hesychastischen Konzept ist die Gottesschau kein rein seelischer Vorgang, vielmehr ist der Körper daran beteiligt und hat somit einen Zugang zur Gottheit. Mit der Einbeziehung des Körpers stellten sich die Hesychasten in Gegensatz zu einem traditionell verbreiteten, (neu)platonisch geprĂ€gten VerstĂ€ndnis der SpiritualitĂ€t. Nach der neuplatonischen Seelenlehre ist die Kontemplation ein rein seelischer Prozess und der Leib stellt ein bloĂes Hindernis dar, das sich dem Aufstieg der Seele zur Schau des Göttlichen durch seine materielle Beschaffenheit widersetzt. So dachte auch Barlaam. Er brachte vor, die Einbeziehung des Körpers fĂŒhre dazu, dass sich die Seele dem Bereich des Leiblichen zuwende und, wenn sie körperbezogene AktivitĂ€ten liebe, von Finsternis erfĂŒllt werde.cite-ref-26[26]
Dem stellte Palamas sein fundamental anderes Konzept entgegen. Nach seiner Lehre trifft es nicht zu, dass der Körper durch seine Einbeziehung die Seele behindert und herabzieht; vielmehr wird er durch sein mit der Seele gemeinsames Handeln emporgehoben. Der Geist wird dabei nicht ans Fleisch gebunden, sondern das Fleisch wird zu einer WĂŒrde erhoben, die der des Geistes nahekommt. Die Seele vermittelt dem Körper die göttliche Gnade, die es ihm ermöglicht, am Erleben des Göttlichen teilzunehmen. Unter dem Eindruck dieser Erfahrung gibt der Körper dann seine Neigung zum Ăblen auf und erstrebt stattdessen seine eigene Heilung und Vergöttlichung. Dies zeigen beispielhaft die TrĂ€nen der Reue, die er vergieĂt. Es ist widersinnig zu glauben, der Körper habe keinen Anteil an der spirituellen Praxis, denn dann wĂ€re das Fasten oder das Niederknien beim Gebet ĂŒberflĂŒssig; alle körperlichen Schritte wĂ€ren dann nur unerwĂŒnschte Ablenkungen der Seele von ihrer Aufgabe. Es stimmt zwar, dass man sich vor dem Einfluss spezifisch körperlicher VergnĂŒgungen auf die Seele hĂŒten soll, aber das bedeutet nicht, dass der Körper vom seelischen Geschehen abzukoppeln ist. Wenn die Seele von spiritueller Freude erfĂŒllt ist, entsteht auch im Körper ein entsprechender Zustand, der fĂŒr den geistlichen Aufstieg wichtig ist. Wenn nur das GemĂŒt gereinigt wird, kommt es von Natur aus leicht zu einem RĂŒckfall in den frĂŒheren Zustand. Daher ist eine Reinigung vorzuziehen, die alle FĂ€higkeiten und KrĂ€fte der Seele und des Körpers einbezieht und dadurch dauerhaft wird.cite-ref-27[27]
Weitere Meinungsverschiedenheiten betrafen den Charakter des hesychastischen Gebets. Aus gegnerischer Sicht wurde es als Verfahren dargestellt, das in der mechanischen Anwendung einer Technik bestehe, die darauf abziele, mit physischen Mitteln spirituelle Ergebnisse herbeizufĂŒhren und die göttliche Gnade herbeizuzwingen. Diese Kritik wies Palamas als verleumderische Unterstellung zurĂŒck. Der Zweck der körperbezogenen Vorschriften sei vielmehr nur die Erzeugung und Bewahrung der unerlĂ€sslichen Konzentration. Dies sei insbesondere fĂŒr AnfĂ€nger wesentlich.cite-ref-28[28] Einen Angriffspunkt bot den Gegnern der kontemplativen Praxis auch die stĂ€ndige Wiederholung des Gebetsrufs, fĂŒr die sich die Hesychasten auf das biblische Gebot âBetet ohne Unterlass!âcite-ref-29[29] beriefen. Nach Barlaams Urteil wird damit ein nicht wĂŒnschenswerter passiver, quietistischer GemĂŒtszustand erzeugt. Palamas entgegnete, solches Beten sei vielmehr eine bewusste AktivitĂ€t des Menschen, der damit auch seine Dankbarkeit ausdrĂŒcke. Es gehe nicht darum, Gott zu etwas zu bewegen, denn Gott handle stets aus eigenem Antrieb, und auch nicht darum, ihn zum Beter hinzuziehen, denn Gott sei ohnehin ĂŒberall, sondern der Beter erhebe sich dadurch zu Gott.cite-ref-30[30]
WĂ€hrend Barlaam philosophisch dachte und argumentierte, hielt Palamas den Versuch, durch philosophisches Erkenntnisstreben zu gĂŒltigen Aussagen ĂŒber die göttliche Wirklichkeit zu gelangen, fĂŒr verfehlt. Die durch hesychastische Kontemplation gewonnene Einsicht betrachtete er nicht als Wissen im Sinne eines philosophischen WissensverstĂ€ndnisses. Vielmehr meinte er, sie sei allem solchen Wissen weit ĂŒberlegen. Höchstens in einem metaphorischen, uneigentlichen Sinne könne man sie als Wissen bezeichnen. Der Kampf zwischen BefĂŒrwortern und Kritikern des palamitischen Hesychasmus wird in der Forschung oft als Entladung des Gegensatzes zwischen byzantinischen âHumanistenâ (Barlaam, Demetrios Kydones, Nikephoros Gregoras), die antikes âheidnischesâ Gedankengut unbefangen aufnahmen, und einem bildungsskeptischen, wissenschaftsfremden Mönchtum gedeutet. Die Palamiten lehnten die antike Metaphysik und eine mit ihr verknĂŒpfte ânatĂŒrlicheâ Theologie scharf ab. Sie meinten, es handle sich dabei um unchristliches Denken, das gefĂ€hrliche IrrtĂŒmer zur Folge habe. Allerdings wandten sie sich nicht gegen alle âhumanistischâ gesinnten Autoren, sondern nur gegen diejenigen, deren Theologie sie fĂŒr wahrheitswidrig hielten. Palamas bekĂ€mpfte die Philosophie nicht generell, sondern nur insoweit sie Aussagen macht, die nach seiner Ăberzeugung zu einem Verfehlen der Wirklichkeit Gottes fĂŒhren.cite-ref-31[31] Faktisch fĂŒhrte allerdings der Sieg des Palamismus fĂŒr die folgenden Jahrhunderte eine Abwertung der Philosophie in der orthodoxen Welt herbei. Die vorherrschende Ansicht war, dass die Verwendung einer philosophischen Methode innerhalb der Theologie nicht legitim sei; stattdessen sei der Zugang zur Wahrheit auf kontemplativem Weg zu gewinnen. Damit war eine Verbindung von Philosophie und Theologie in der Art der westlichen Scholastik ausgeschlossen.cite-ref-32[32]
Der Hesychasmusstreit ĂŒberlagerte sich mit dem Konflikt um die Kirchenunion, die geplante Vereinigung der orthodoxen Kirche mit der katholischen. Die Hesychasten waren in der Regel dezidiert antikatholisch gesinnt und gehörten zum Lager der Unionsgegner. Palamas betrachtete seinen Kampf fĂŒr seine Lehre von der Ungeschaffenheit der WirkkrĂ€fte als Teil der Auseinandersetzung mit dem Katholizismus, der Kirche der âLateinerâ. Er sah sich als VorkĂ€mpfer fĂŒr die Orthodoxie und verdĂ€chtigte seinen Gegner Barlaam von Kalabrien, mit den Katholiken zu sympathisieren. TatsĂ€chlich setzte sich Barlaam fĂŒr die Kirchenunion ein und trat spĂ€ter, nach seiner Niederlage im Hesychasmusstreit, zum Katholizismus ĂŒber. Allerdings waren keineswegs alle Antipalamiten unionsfreundlich und prinzipielle Gegner der hesychastischen Praxis. Unter den Widersachern des Palamas waren sowohl BefĂŒrworter der Kirchenunion wie Demetrios Kydones als auch scharf antikatholisch gesinnte Theologen wie Gregorios Akindynos, der die hesychastischen Beter als Vorbilder der Gottesliebe lobte, und Nikephoros Gregoras.cite-ref-33[33]
Der kirchenpolitische Kampf
Die theologischen Meinungsverschiedenheiten fĂŒhrten zu schweren kirchenpolitischen Auseinandersetzungen, die mit wechselndem Erfolg ausgetragen wurden. Der kaiserliche Hof wurde in den Konflikt verwickelt, wĂ€hrend zugleich ein Machtkampf um das Kaisertum tobte.
Barlaam, der aus seiner sĂŒditalienischen Heimat ins Byzantinische Reich gekommen war, erfuhr dort von der Gebetsweise der Hesychasten. Als Gelehrter und AnhĂ€nger der negativen Theologie sah er in dem Vorhaben, sich auf diese Weise Gott zu nĂ€hern, eine skandalöse AnmaĂung ungebildeter Mönche. AbschĂ€tzig nannte er sie omphalopsychoi (âNabelseelenâ oder âMenschen mit der Seele im Nabelâ). Damit nahm er die âNabelschauâ aufs Korn, die Praxis, beim Beten zur Ăbung der Konzentration die Aufmerksamkeit auf den Nabel zu lenken. Vergeblich versuchte er im Jahr 1338, die kirchlichen Behörden zum Einschreiten gegen die hesychastischen Athosmönche zu bewegen. Damit begann der Streit, der zunĂ€chst zwischen Barlaam und Palamas ausgetragen wurde. Persönliche Begegnungen der beiden Kontrahenten fĂŒhrten zu keiner VerstĂ€ndigung. Beide legten ihre Positionen in Kampfschriften dar.cite-ref-34[34]
Barlaam versuchte in der byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel eine kirchliche Verurteilung der Theologie seines Gegners zu erwirken. Das missfiel Kaiser Andronikos III. und dem Patriarchen von Konstantinopel, Johannes XIV. Kalekas. Sie wollten einen Streit vermeiden, der den Frieden in Reich und Kirche gefĂ€hrden konnte. Ihr Ziel war, Barlaams Angriffe mit disziplinarischen MaĂnahmen zu unterbinden, ohne dabei inhaltlich zu der heiklen theologischen Problematik Stellung beziehen zu mĂŒssen. Mit ihrem Eintreten fĂŒr den Status quo begĂŒnstigten sie faktisch die palamitische Seite. Ein Konzil, das 1341 unter dem Vorsitz des Kaisers in der Hagia Sophia zusammentrat, zwang Barlaam, seine Stellungnahme als irrig zu widerrufen und um Verzeihung zu bitten, die ihm bereitwillig gewĂ€hrt wurde. Damit sollte eine allgemeine Versöhnung bewirkt werden. Die Verurteilung der antihesychastischen Thesen bedeutete aber nicht, dass sich das Konzil die ganze palamitische Theologie zu eigen machte. Barlaam war damit isoliert; er verlieĂ das Reich und kehrte in seine Heimat zurĂŒck.cite-ref-35[35]
Zum WortfĂŒhrer der Opposition gegen den Palamismus wurde nun der Mönch und Theologe Gregorios Akindynos. Im Gegensatz zu Barlaam akzeptierte er die hesychastische Gebetspraxis, sein Kampf richtete sich nur gegen deren theologische Rechtfertigung durch Palamas. Im August 1341 trat ein zweites Konzil zusammen, das die Entscheidung des ersten bestĂ€tigte und Akindynos verurteilte.cite-ref-36[36]
Den kirchlichen Konflikt ĂŒberlagerte ein sĂ€kularer. Nach dem Tod des Kaisers Andronikos im Juni 1341 brach ein Kampf um die Regentschaft fĂŒr seinen neunjĂ€hrigen Erben Johannes V. aus. Die Gegenspieler waren der Patriarch Johannes Kalekas und der mĂ€chtige Adlige Johannes Kantakuzenos; beide versuchten die Lenkung des Reichs wĂ€hrend der UnmĂŒndigkeit des Thronfolgers an sich zu reiĂen. ZunĂ€chst konnte sich der Patriarch in der Hauptstadt wĂ€hrend einer Abwesenheit seines Kontrahenten handstreichartig durchsetzen. Darauf lieĂ sich Kantakuzenos in Thrakien zum Kaiser ausrufen, womit er einen mehrjĂ€hrigen BĂŒrgerkrieg einleitete.cite-ref-37[37]
Da Palamas mit Kantakuzenos sympathisierte, machte er sich den Patriarchen zum Feind. Dieser begann Akindynos gegen Palamas auszuspielen. 1343 wurde Palamas verhaftet, da man ihn verdĂ€chtigte, Kantakuzenos zu unterstĂŒtzen. Der Patriarch trat nun immer entschiedener als theologischer Gegner des Palamismus auf und lieĂ Akindynos zunehmend freie Hand fĂŒr dessen Attacken. 1344 lieĂ er den inhaftierten Palamas aus der Kirchengemeinschaft ausschlieĂen. Inzwischen hatte der Konflikt die ganze Kirche erfasst; Theologen, kirchliche WĂŒrdentrĂ€ger und Mönche ergriffen Partei.cite-ref-38[38]
Als Kantakuzenos im BĂŒrgerkrieg die Oberhand gewann und mit seinem Sieg zu rechnen war, schwand in der noch von seinen Gegnern beherrschten Hauptstadt die Macht des Patriarchen. SchlieĂlich trat dort im Januar 1347 ein Konzil zusammen, das die KonzilsbeschlĂŒsse von 1341 gegen Barlaam bestĂ€tigte und den Patriarchen absetzte. Am 2. Februar 1347 besetzten Kantakuzenosâ Truppen Konstantinopel.cite-ref-39[39] Nach der militĂ€rischen Entscheidung konnte sich der Palamismus im ganzen Reich durchsetzen. Im Mai 1347 wurde ein eifriger Palamit zum neuen Patriarchen eingesetzt. Er weihte zahlreiche Bischöfe, die ein Glaubensbekenntnis abzulegen hatten, mit dem sie sich zur siegreichen Lehre bekannten. Zwar fanden die Gegner in dem Theologen Nikephoros Gregoras einen neuen WortfĂŒhrer,cite-ref-40[40] doch war ihre Lage nun aussichtslos. 1351 bekrĂ€ftigten zwei weitere Konzilien die frĂŒheren Entscheidungen. Das zweite, an dem nur noch Palamiten teilnahmen, entschied fundamentale theologische Fragen im Sinn der Sieger. Die GrundsĂ€tze des Palamismus wurden in das Synodikon der Orthodoxie, eine Zusammenfassung der orthodoxen Lehre, aufgenommen.cite-ref-41[41] Damit machte sich die byzantinische Kirche die palamitische Theologie endgĂŒltig als offiziell verbindliche Doktrin zu eigen.cite-ref-42[42] Dies bedeutete fĂŒr die gesamte Orthodoxie eine definitive Weichenstellung, die weiterhin Bestand hatte, als das Byzantinische Reich ein Jahrhundert spĂ€ter unterging. Im katholischen West- und Mitteleuropa hingegen stieĂen Palamismus und Hesychasmus auf Ablehnung. Daher wurde auf dem Unionskonzil von Ferrara/Florenz 1438â1439 dieser Konfliktpunkt zwischen der westlichen und der östlichen Kirche umgangen.cite-ref-43[43]
Die Konsolidierung und Ausbreitung des Hesychasmus
Im SpĂ€tmittelalter, vor allem nach dem kirchenpolitischen Sieg der Palamiten, fand der Hesychasmus auch auĂerhalb des byzantinischen Machtbereichs in der orthodoxen Christenheit WertschĂ€tzung. WĂ€hrend das Territorium des untergehenden Byzantinischen Reiches schrumpfte, breitete sich die hesychastische Kontemplation auf dem Balkan nach Norden aus.
Einen bedeutenden Beitrag zur Verbreitung leistete bereits der Athosmönch Gregorios Sinaites (â 1346). Er hatte in einem Kloster am Berg Sinai die Mönchsweihe empfangen, spĂ€ter auf Kreta von einem Einsiedler eine EinfĂŒhrung in den Hesychasmus erhalten und dann auf dem Athos zahlreiche SchĂŒler um sich versammelt. AllmĂ€hlich wurde er als geistlicher Lehrer berĂŒhmt. In seiner wegweisenden Anleitung zur Kontemplation verband er das Jesusgebet mit Atemtechnik und gab konkrete Anweisungen. SpĂ€ter machte er seine Version der hesychastischen Praxis im Reich des bulgarischen Zaren Iwan Alexander heimisch. Iwan Alexander förderte die KlostergrĂŒndungen des Gregorios groĂzĂŒgig. In den bulgarischen Klöstern wurden in der Folgezeit Mönche ausgebildet, die den Hesychasmus in den nichtbyzantinischen Teilen der orthodoxen Welt verbreiteten. Zu den namhaftesten SchĂŒlern des Sinaites zĂ€hlte Theodosios von Tarnowo (â 1363). Er grĂŒndete das Kloster Kilifarevo, das zu einem Zentrum des bulgarischen Hesychasmus wurde und insbesondere durch die Ăbersetzung griechischer Literatur ins Mittelbulgarische eine groĂe Wirkung entfaltete. Unter den Mönchen, die dort ihre Ausbildung erhielten, war Euthymios von Tarnowo, der spĂ€ter der letzte bulgarische Patriarch vor der osmanischen Eroberung wurde und bis 1393 amtierte. Euthymios war palamitischer Hesychast; er hatte auch auf dem Athos gelebt.cite-ref-44[44]
In Serbien fasste der Hesychasmus unter dem FĂŒrsten Lazar HrebeljanoviÄ (1371â1389) FuĂ, auch dort in der AusprĂ€gung, die ihm Sinaites gegeben hatte.cite-ref-45[45] Lazar förderte die hesychastischen Mönche und lieĂ zahlreiche Klöster erbauen. In RumĂ€nien spielte der Mönch Nikodim (Nikodemos) von Tismana (â 1406), der auf dem Athos Kontemplation praktiziert hatte, eine Pionierrolle. Dort erfreute sich der Hesychasmus ebenfalls starker UnterstĂŒtzung durch die FĂŒrsten.cite-ref-46[46]
Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert verfassten zwei Mönche, Ignatios Xanthopoulos und Kallistos Xanthopoulos, der 1397 fĂŒr kurze Zeit als Kallistos II. Patriarch von Konstantinopel wurde, ein Handbuch der hesychastischen Theorie und Praxis, das die Lebensweise der Hesychasten ausfĂŒhrlich schildert. Es ist unter der Bezeichnung Zenturie (Hundert Kapitel) bekannt. Mit einer FĂŒlle von Zitaten bemĂŒhten sich die beiden Autoren, die hesychastische Lehre, die sie vertraten, durch ĂuĂerungen Ă€lterer kirchlicher AutoritĂ€ten abzustĂŒtzen und als legitime Fortsetzung alter orthodoxer Tradition zu erweisen.cite-ref-47[47]
Der Einfluss des Hesychasmus machte sich auch in der spĂ€tmittelalterlichen Malerei geltend, sowohl im Byzantinischen Reich als auch im nördlichen Balkan und in Russland. Es wurden Szenen aus dem Leben der Eremiten dargestellt. Insbesondere auf die Ikonographie der VerklĂ€rung Christi, der Auferstehung Christi und der TrinitĂ€t wirkte sich die Verbreitung des Hesychasmus aus. In der Ikonen-, Fresko- und Buchmalerei sowie der Mosaiksetzerei versuchten KĂŒnstler mit ihren physischen Mitteln einen Eindruck vom ungeschaffenen göttlichen Licht zu vermitteln.cite-ref-48[48]
Schon im spĂ€ten 14. Jahrhundert erreichte der Hesychasmus anscheinend auch Russland, wo er nicht nur bei Einsiedlern Anklang fand; der Metropolit von Kiew Kiprian (â 1406), der ab 1390 in Moskau residierte, scheint Hesychast gewesen zu sein.cite-ref-49[49] Der namhafteste russische Hesychast des 15. Jahrhunderts war Nil Sorski, der die Gebetspraxis auf dem Athos kennengelernt hatte. Er schuf eine Mönchsregel (Predanie), in der er die aus seiner Sicht zentralen GrundsĂ€tze des spirituellen Lebens festhielt. Die Seele sei durch TrĂ€nen zu reinigen, die Leidenschaften seien zu bekĂ€mpfen, ebenso wie alle störenden bösen, guten oder moralisch gleichgĂŒltigen Gedanken; durch Achtsamkeit, Unbesorgtheit und Schweigen werde die Gnade bewahrt. Nil lehrte, die hesychia (russisch bezmolvie) könne nur erlangt werden, wenn man sich zunĂ€chst durch Askese, Einsamkeit und Auslöschung aller weltlichen Begierden darauf vorbereite. Auch scheinbar gute und berechtigte Vorstellungen, die wĂ€hrend des Betens auftauchten, seien schĂ€dlich und mĂŒssten beseitigt werden. Das Jesusgebet sei das beste ihm bekannte Mittel, die Gedanken zum Schweigen zu bringen und den Zustand der âGedankenlosigkeitâ zu erreichen. Als reiner Praktiker verzichtete Nil auf eine theologische Untermauerung seines Hesychasmus; auf die palamitische Lehre und die Schau des Taborlichts nahm er nirgends Bezug. Seine Hauptwerke wurden in russischen Klöstern eifrig abgeschrieben und waren in Hunderten von Exemplaren verbreitet.cite-ref-50[50]
Neuzeit
16.â19. Jahrhundert
In Griechenland hielten die Athosmönche auch in der Zeit der tĂŒrkischen Herrschaft an der traditionellen Kontemplationsweise fest. Der Palamismus blieb ein fester Bestandteil der orthodoxen Lehre, die Ungeschaffenheit des Taborlichts wurde in polemischem Schrifttum gegen die Kritik westlicher Theologen, der âLateinerâ, und anderer Gegner des Palamismus verteidigt.cite-ref-51[51] In Russland lebte die Tradition zwar in manchen Klöstern fort, war aber im öffentlichen Bewusstsein kaum prĂ€sent. AuĂerdem wurde das hesychastische Mönchtum durch mönchsfeindliche MaĂnahmen geschwĂ€cht, die Zar Peter der GroĂe (1682â1725) ergriff. Peter verurteilte die Mönche als rĂŒckstĂ€ndig und warf ihnen vor, keine nĂŒtzliche Arbeit zu leisten. Im 18. Jahrhundert wanderten viele russische Mönche aus; manche fanden auf dem Athos Zuflucht.cite-ref-52[52] Einer der Emigranten, Vasile von Poiana MÄrului (â 1767), schuf in RumĂ€nien eine Gemeinschaft von Hesychasten. In der russischen Kirche war die theoretische Grundlage des palamitischen Hesychasmus, die Lehre von den göttlichen Energien, einflussreichen Theologen suspekt. Bis ins frĂŒhe 20. Jahrhundert zeigten maĂgebliche LehrbĂŒcher der russisch-orthodoxen Theologie Distanz zum Palamismus, der teils verschwiegen, teils umgedeutet, teils sogar explizit verworfen wurde. Eine Umdeutung lief darauf hinaus, die reale Unterscheidung zwischen Wesen und Energien Gottes auf eine nur gedankliche zu reduzieren.cite-ref-53[53]
Im 18. Jahrhundert kam es jedoch zu einem bedeutenden Aufschwung der kontemplativen Tradition, der vom Athos ausging. Es entstand eine neue Strömung, der âNeuhesychasmusâ, der in der Folgezeit in verschiedenen Bereichen der orthodoxen Welt unterschiedliche AusprĂ€gungen erhielt und weiterhin fortwirkt. Sein Merkmal ist das Heraustreten aus der ZurĂŒckgezogenheit der klösterlichen SphĂ€re. Gedankengut und Praxis des Hesychasmus sollen einer breiteren Ăffentlichkeit auĂerhalb des Mönchtums vertraut gemacht werden. Einen nachhaltigen Impuls gab zunĂ€chst der Gelehrte Nikodemos Hagioreites (Nikodemos vom Heiligen Berg, 1749â1809), der zu den Praktizierenden auf dem Berg Athos gehörte. Er gab zusammen mit dem Metropoliten Makarios von Korinth die fĂŒnfbĂ€ndige Quellensammlung Philokalie (ΊÎčλοÎșαλία Ïáż¶Îœ ጱΔÏáż¶Îœ ΜηÏÏÎčÎșáż¶Îœ PhilokalĂa tĆn hieráčn nÄptikáčn, wörtlich Schönheitsliebe der heiligen Achtsamen) heraus, eine Zusammenstellung von griechischen Texten der orthodoxen SpiritualitĂ€t, die 1782 in Venedig erschien. Sie umfasst Anweisungen einschlĂ€giger AutoritĂ€ten von den antiken KirchenvĂ€tern bis zu den spĂ€tmittelalterlichen Hesychasten. Mit diesem Werk, das in der orthodoxen Welt als geistliche Anleitung populĂ€r wurde, leistete Nikodemos einen maĂgeblichen Beitrag zur Verbreitung des Hesychasmus auĂerhalb des Mönchtums und zur Verwurzelung hesychastischer Ideen in weiten Laienkreisen im 19. Jahrhundert.cite-ref-54[54]
Den HauptanstoĂ zur Erneuerung des Hesychasmus in RumĂ€nien und in Russland gab der Mönch PaĂŻssi Welitschkowski (PaĂŻsij VeliÄkovskij, 1722â1794), der lange auf dem Athos gelebt hatte und spĂ€ter in RumĂ€nien eine groĂe Mönchsgemeinschaft schuf. Seine zahlreichen SchĂŒler verbreiteten sein Gedankengut. Das Gebiet des bedeutenden russischen Klosters Optina, wo sich einflussreiche Eremiten niederlieĂen, wurde zu einem weit ausstrahlenden Zentrum der von ihm initiierten Richtung. Welitschkowski ĂŒbersetzte die Philokalie ins Kirchenslawische.cite-ref-55[55] Die Ăbersetzung wurde 1793 gedruckt; russische Fassungen folgten. Der Einfluss des russisch Dobrotoljubie genannten Werks auf das religiöse Leben in der Russisch-Orthodoxen Kirche war gewaltig, in der breiten Ăffentlichkeit mehr als unter den Gebildeten.cite-ref-56[56] AuĂerordentliches Ansehen genoss der berĂŒhmteste russische Hesychast des 19. Jahrhunderts, Seraphim von Sarow (â 1833). Ab dem spĂ€ten 19. Jahrhundert spielten auch die Aufrichtigen ErzĂ€hlungen eines russischen Pilgers eine wichtige Rolle. Im 1870 veröffentlichten ersten Teil dieses Werks berichtet ein Pilger, der das Beten ohne Unterlass erlernen wollte, von den Erlebnissen auf seiner Pilgerfahrt, die ihn zu hesychastischen Meistern (Starzen) fĂŒhrte. Diese populĂ€re Schilderung eines anonymen Autors wurde in viele Sprachen ĂŒbersetzt. Durch die Philokalie und die Aufrichtigen ErzĂ€hlungen prĂ€gte der Hesychasmus nachhaltig die orthodoxe LaienspiritualitĂ€t. Bischof Theophan (Feofan) Goworow (1815â1894) fertigte eine neue, inhaltlich bearbeitete russische Fassung der Philokalie an, die weite Verbreitung fand. Er wurde zu einem der namhaftesten Erneuerer hesychastischer Theorie und Praxis in Russland.cite-ref-57[57] Einen bedeutenden Beitrag zur Popularisierung hesychastischer Ideen leistete auch der Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski. In seinem 1880 veröffentlichten Roman Die BrĂŒder Karamasow schuf er die Gestalt des Mönchs Sossima. Dieser reprĂ€sentiert die hesychastische SpiritualitĂ€t, die Dostojewski bei einem Aufenthalt im Optina-Kloster erlebt hatte. Einem breiten Lesepublikum erschien Sossima als ideale Verkörperung des russischen Mönchtums.cite-ref-58[58]
20. und 21. Jahrhundert
1907 veröffentlichte der russische Mönch Ilarion, der auf dem Athos und spĂ€ter als Einsiedler auf dem Kaukasus gelebt hatte, das Buch Auf den Bergen des Kaukasus, das in Russland viel Beachtung fand. Darin werden Begegnungen und GesprĂ€che des Ich-ErzĂ€hlers mit einem anderen Eremiten geschildert. Im Mittelpunkt steht das Jesusgebet. Ilarion stellte die These auf, im Gottesnamen sei Gott selbst anwesend. Der Gottesname wurde somit als eine der ungeschaffenen göttlichen Energien aufgefasst. Die VerknĂŒpfung von Name und Wesen sei bei Gott nicht von menschlicher Erfahrung verursacht, sondern absolut notwendig. Allerdings erhob Ilarion fĂŒr seine These der IdentitĂ€t von Name und Benanntem, die von vielen Kritikern als Provokation empfunden wurde, keinen uneingeschrĂ€nkten Wahrheitsanspruch. Er beschrĂ€nkte ihre Geltung auf den Rahmen eines geistlichen VerstĂ€ndnisses und den Kontext einer persönlichen Erfahrung im Akt des Gebets. Dennoch verursachte diese Sonderform des Hesychasmus, die unter der Bezeichnung Imjaslavie (Namensverehrung) bekannt wurde, unter den russischen Athosmönchen einen heftigen Streit um die Göttlichkeit des Namens Jesu (âNamensstreitâ). Die Mehrheit bekannte sich zu Ilarions Lehre, die als Konsequenz aus dem Palamismus dargestellt wurde. Die Minderheit der Gegner fand jedoch die UnterstĂŒtzung der Kirchenleitung, des Heiligen Synods, der das neue VerstĂ€ndnis der Namensverehrung als HĂ€resie verdammte. Die Gegner meinten, die Namensverehrung fĂŒhre zum Pantheismus und stelle eine Vergötzung Ă€uĂerer Formen der menschlichen Sprache dar. Worte und Namen seien nur Zeichen und Symbole. Der Konflikt fĂŒhrte 1913 zur gewaltsamen Vertreibung der Namensverehrer durch russisches MilitĂ€r; sie wurden nach Russland deportiert. In der russisch-orthodoxen Kirche dauerten die Debatten noch lange an und verlagerten sich auf die Ebene der Sprachtheorie. Namhafte Theologen wie Pawel Alexandrowitsch Florenski (1882â1937) und Sergei Nikolajewitsch Bulgakow (1871â1944) ergriffen fĂŒr die Namensverehrer Partei. In der Zeit der Sowjetunion standen die Namensverehrer in radikaler Opposition sowohl zum Moskauer Patriarchat als auch zum sowjetischen Staat; sie wurden daher in den 1920er und 1930er Jahren verfolgt und liquidiert.cite-ref-59[59]
Auch im Diskurs russisch-orthodoxer Theologen des 20. Jahrhunderts blieb die Thematik prĂ€sent. Der als Emigrant in Paris lebende Theologe Vladimir Lossky (1903â1958) entwickelte eine an die hesychastische Tradition anknĂŒpfende Lehre.cite-ref-60[60] In RumĂ€nien war der fĂŒhrende Hesychast des 20. Jahrhunderts Dumitru StÄniloae (1903â1993). Er forschte ĂŒber Gregorios Palamascite-ref-61[61] und schuf eine erweiterte und ausfĂŒhrlich kommentierte Fassung der Philokalie in rumĂ€nischer Sprache als neues Standardwerk. Besonderes Gewicht legte er auf die Lehre von der Vergöttlichung des Menschen.cite-ref-62[62] StÄniloae reaktivierte die Diskussion ĂŒber die Bedeutung des Hesychasmus fĂŒr die rumĂ€nische Orthodoxie. In einer Reihe von AufsĂ€tzen betonte er die Erfahrung der Gnade Gottes durch die ungeschaffenen Energien.cite-ref-63[63]
In Griechenland entstand in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts unter Theologen eine âneuorthodoxeâ Bewegung, die palamitischen Hesychasmus mit einem entschiedenen Bekenntnis zur byzantinischen Tradition und scharfer Abgrenzung des orthodoxen Glaubens von allen westlichen EinflĂŒssen verbindet. Ihr Ziel ist eine Neubestimmung der orthodoxen IdentitĂ€t. Die Lebensweise der spĂ€tmittelalterlichen Hesychasten erscheint den âNeuorthodoxenâ als vorbildlich. Vordenker dieser Strömung sind John S. Romanides und Christos Yannaras, zwei im Westen wenig bekannte Autoren. Ihre Thesen haben in griechischen Theologenkreisen erhebliches Aufsehen erregt, seit Romanides 1956 in seiner seither viel beachteten Dissertation Kerngedanken dieser Richtung formulierte. Auch der stark von Romanides beeinflusste Metropolit Hierotheos (Vlachos) sieht im Hesychasmus den Kern der Orthodoxie, durch den diese sich fundamental vom Katholizismus und Protestantismus unterscheide. Wer eine echte Gotteserfahrung erlange, verstehe die Ungeschaffenheit der Gnade Gottes. Palamas habe die vollstĂ€ndige hesychastische Lebensweise, die ĂŒber die Reinigung des Herzens zur Schau des ungeschaffenen Lichtes fĂŒhre, gelehrt und selbst praktiziert.cite-ref-64[64]
Die theologische Untermauerung des Hesychasmus durch die palamitische Lehre bleibt in der griechischen Orthodoxie weiterhin intakt. Der Lehrentscheidung des palamitischen Konzils von 1351 wird der Rang eines allgemein verbindlichen Dogmas zuerkannt, das faktisch den BeschlĂŒssen der ökumenischen Konzilien gleichgestellt wird. In der Auseinandersetzung mit der katholischen und der evangelischen Theologie gilt der Palamismus als PrĂŒfstein der RechtglĂ€ubigkeit.cite-ref-65[65] Unter den Athosmönchen ist eine radikale Richtung des Palamismus verbreitet, die das hesychastische Frömmigkeitsideal stark betont. Sie vertritt nicht nur einen schroffen Antikatholizismus und Antiprotestantismus, sondern hat auch zur orthodoxen UniversitĂ€tstheologie ein kritisches VerhĂ€ltnis, da diese westlich beeinflusst sei. Die Mönche bemĂŒhen sich um Verbreitung ihres Gedankenguts durch neugriechische Ăbersetzungen von Schriften der hesychastischen AutoritĂ€ten und durch Förderung des Athos-Pilgerwesens.cite-ref-66[66]
Rezeption auĂerhalb der Orthodoxie
In West- und Mitteleuropa war im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert das Interesse am Hesychasmus, seiner Geschichte und seiner fortlebenden Praxis gering. Zu den ersten Erforschern der Thematik in Deutschland gehörte der evangelische Kirchenhistoriker Karl Holl (1866â1926). Wesentliche BeitrĂ€ge zur Verbreitung einschlĂ€giger Kenntnisse im Westen leisteten im 20. Jahrhundert die katholischen Theologen Albert M. Ammann (1892â1974) und Georg Wunderle (1881â1950) und vor allem der als WortfĂŒhrer der Orthodoxie im Westen geltende, in Frankreich und spĂ€ter in den USA tĂ€tige Theologe John Meyendorff (1926â1992).cite-ref-67[67]
Wie schon im SpĂ€tmittelalter ist auch in der Neuzeit der Hesychasmus in den westlichen Kirchen nicht akzeptiert worden. In den orthodoxen Kirchen hingegen ist seine Grundlage, die palamitische Theologie, weiterhin verbindliche Lehre. Diese Meinungsverschiedenheit stellt auch in der Gegenwart einen wesentlichen Differenzpunkt zwischen westlichen und östlichen Kirchen dar. Unter katholischen und evangelischen Theologen herrscht traditionell ein distanziertes VerhĂ€ltnis zum Palamismus und zum Hesychasmus vor. WĂ€hrend orthodoxe Autoren den Hesychasmus weiterhin als bruchlose Fortsetzung und legitime Entfaltung der patristischen Theologie der Kontemplation betrachten,cite-ref-68[68] halten manche westliche Kirchenhistoriker das Aufkommen der palamitischen Lehre fĂŒr eine deutliche ZĂ€sur und eine Neuausrichtung. Nichtorthodoxe Forscher wie die katholischen Theologen Martin Jugiecite-ref-69[69] und Gerhard Podskalskycite-ref-70[70] und die evangelische Theologin Dorothea Wendebourgcite-ref-71[71] sehen in Palamas einen Neuerer, der vom Denken der griechischen KirchenvĂ€ter erheblich abgewichen sei. Aus westlicher theologischer Sicht bewerten sie das als problematische Entwicklung.cite-ref-72[72] Eine vermittelnde Position nimmt die als Erforscherin der Orthodoxie bekannte evangelische Theologin Fairy von Lilienfeld ein. Sie warnt vor vorschnellen Bewertungen; der Streit um KontinuitĂ€t oder Neuerung sei mehr oder minder auf beiden Seiten von grundlegendem Missverstehen der Gegenseite oder auch ungenĂŒgendem Durchdenken der eigenen methodischen PrĂ€missen geprĂ€gt.cite-ref-73[73]
Das VerhĂ€ltnis zwischen Palamismus und Hesychasmus wird in der modernen Literatur unterschiedlich eingeschĂ€tzt. Einer Richtung zufolge, deren WortfĂŒhrer moderne Hesychasten sind, bilden die Lehre und die Gebetsmethode sachlich eine untrennbare Einheit; alle orthodoxe Theologie stammt aus dem hesychastischen Gebet und soll auch dorthin fĂŒhren (John Meyendorff). Nach der gegenteiligen Meinung, die unter nichtorthodoxen Forschern verbreitet ist, sind Hesychasmus und Palamismus sachlich getrennte Angelegenheiten; Hesychasmus erfordert kein Bekenntnis zum Palamismus (Hans-Georg Beck, Dorothea Wendebourg).cite-ref-74[74]
In westlichen spirituell orientierten Kreisen werden mitunter einzelne Aspekte der hesychastischen Praxis aufgegriffen und verwertet. Der hesychastische Ansatz ist eines von drei Grundelementen des Seelsorgekonzepts Mental-Turning-Point, das von der lutherischen Theologin Sabine Bobert entwickelt wurde.cite-ref-75[75] Im katholischen Bereich hat seit dem spÀten 20. Jahrhundert das Centering Prayer Verbreitung gefunden, dessen Praktizierende sich unter anderem auf die hesychastische Tradition berufen.
Die Praxis der hesychastischen Kontemplation
Als Hauptvoraussetzung fĂŒr eine hesychastische Gotteserfahrung gilt in der gesamten Tradition die âReinigung des Herzensâ. Damit ist zunĂ€chst die Ăberwindung der Laster und der VerfĂŒhrung durch schlechte Gedanken gemeint, ein zentrales Anliegen aller Mönche. Dies reicht aber nicht aus; erforderlich ist die Befreiung von sĂ€mtlichen Vorstellungsbildern (phantasĂai) und allen Akten des diskursiven Denkens (logismoĂ). Die Einbildungskraft soll ausgeschlossen werden, das Denken soll verstummen, jedes Wissen (gnáčsis) zurĂŒckgelassen werden. Verlangt wird ein absolutes Schweigen allem gegenĂŒber. Dann erst werde die Wahrnehmung des Ungeschaffenen möglich. Die Entleerung des Geistes von unerwĂŒnschten Inhalten erfordere eine stets wache Aufmerksamkeit und NĂŒchternheit, die nepsis, deren UnerlĂ€sslichkeit in der hesychastischen Literatur aller Epochen betont wird. Unter den SeelenkrĂ€ften, den FĂ€higkeiten der Seele, gilt nicht der Wille, sondern der höchste Teil des Erkenntnisvermögens als der entscheidende Faktor, der das Erleben der besonderen göttlichen Gnade in der Schau ermöglicht.cite-ref-76[76] Palamas konstatiert, dass es einem leidenschaftlichen Geist unmöglich sei, sich mit Gott zu vereinigen. Daher mĂŒsse man den Geist bĂŒndeln und nach dem Göttlichen ausstrecken und dabei mit fester Kraft das vielfache Umherschweifen des Denkens zĂŒgeln.cite-ref-77[77]
Im Mittelpunkt der hesychastischen Praxis steht das âgeistige Gebetâ (griechisch ÎœÎżÎ”Ïᜰ ÏÏÎżÏΔÏ
ÏÎź noerĂĄ proseucháž), das meist kurz Jesusgebet oder Herzensgebet genannt wird. Im Gegensatz zum gemeinsamen liturgischen Gebet ist das hesychastische individuell, der Betende ist stets allein. Das in verschiedenen Versionen verbreitete Jesusgebet enthĂ€lt zwar eine Bitte, ist aber, wie aus hesychastischer Sicht betont wird, nicht als Bittgebet aufzufassen. Es dient nicht dem Zweck, WĂŒnsche des Betenden vorzutragen oder Gott etwas mitzuteilen. Vielmehr geht es in erster Linie um Anbetung, wobei sich der Betende fĂŒr etwas öffnen will, das von Gott kommt.cite-ref-78[78] Zwar ist die hesychia ein Zustand der Ruhe, doch soll diese nicht mit UntĂ€tigkeit verwechselt werden; das hesychastische Beten wird traditionell â besonders in Russland â als âArbeitâ aufgefasst und bezeichnet.cite-ref-79[79]
Wegen des Erfordernisses einer anhaltenden Aufmerksamkeit ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum stellt die Kontemplation an die KonzentrationsfĂ€higkeit des Praktizierenden erhebliche Anforderungen. Die hesychastische Literatur befasst sich mit dieser Problematik und gibt dazu RatschlĂ€ge. Schon im frĂŒhen byzantinischen Hesychasmus des 12./13. Jahrhunderts wurde empfohlen, ruhig zu atmen. Die ersten Autoren, die dazu nĂ€here Angaben machten, waren Pseudo-Symeon und Nikephoros der Hesychast. Sie empfahlen eine Verlangsamung des Atems als Vorbereitung zur eigentlichen Kontemplation. Nikephoros schrieb, man solle sich beim Einatmen vorstellen, dass der Atem abwĂ€rts ströme, bis er das Herz erreiche. Damit könne man bewirken, dass auch der Intellekt (nous) ins Herz hinabsteige. Dann stelle sich eine Freude ein wie bei einer Heimkehr nach langer Abwesenheit. Wenn der Intellekt seinen Platz im Herzen gefunden habe, könne man mit dem Jesusgebet beginnen. Anfangs zeige der Intellekt noch die Neigung, schnell wieder herauszukommen und umherzuwandern, doch spĂ€ter gewöhne er sich an seinen neuen Wohnsitz. Mit dem biblischen Spruch âDas Reich Gottes ist inwendig in euchâcite-ref-80[80] sei diese HeimstĂ€tte im Herzen gemeint. Nach Pseudo-Symeons Darstellung nimmt der Intellekt, wenn er sich im Herzen niedergelassen hat, sich selbst als gĂ€nzlich lichtvoll wahr. Von da an kann er jeden störenden Gedanken, der auftaucht, vertreiben und vernichten. Bevor der Gedanke eine Form annehmen kann, wird er beseitigt.cite-ref-81[81] Auch Gregorios Sinaites lehrte das HerabfĂŒhren des Intellekts vom Hirn ins Herz mit dem Ziel, ihn dort einzuschlieĂen. Diesen Vorgang solle man durch Anhalten des Atems vor dem Ausatmen unterstĂŒtzen. Dabei gehe es aber im Grunde nicht um den physischen Atem, sondern um den âAtem des Intellektsâ. Wenn die Wirkkraft im Herzen aktiv sei, stelle sich dort eine ErwĂ€rmung ein; diese sei ein unzweifelhaftes Merkmal fĂŒr die Wirksamkeit des Gebets. Ferner schrieb Gregorios Sinaites, ein Hesychast solle immer zu wenig essen und niemals zu viel, denn wenn der Leib schwer sei, verfinstere sich der Geist.cite-ref-82[82]
Bei den frĂŒhen Hesychasten war die Atemregulierung nur eine VorĂŒbung vor dem Beten. Erst um 1400, im Handbuch von Ignatios und Kallistos Xanthopoulos, wurde geraten, die Worte des Gebets mit dem Ein- und Ausatmen zu koordinieren. In der modernen Praxis wird gewöhnlich der erste Teil der Gottesanrufung mit dem Einatmen, der zweite mit dem Ausatmen verbunden. Die hesychastische Kontemplation wird stets in sitzender Haltung mit geneigtem Kopf ausgefĂŒhrt, im Gegensatz zum normalen Beten, bei dem man nach orthodoxer Tradition steht. Pseudo-Symeon gibt an, dass der Bart des Mönchs die Brust berĂŒhren soll.cite-ref-83[83]
Zu den ĂŒberlieferten Praktiken gehört auch die Nabelschau, die Konzentration auf den Bauchnabel, die schon Pseudo-Symeon im 12./13. Jahrhundert empfahl. Sie war und ist aber kein notwendiger Bestandteil der hesychastischen Praxis und wird hĂ€ufiger von Kritikern als von den Hesychasten selbst thematisiert.cite-ref-84[84]
Als geeigneten Ort fĂŒr die Kontemplation bezeichneten Ignatios und Kallistos Xanthopoulos einen ruhigen, dunklen Winkel. Der Blick der Augen auf das Sichtbare fĂŒhre dazu, dass das Denken zerstreut und zerteilt, geplagt und verwickelt werde. Um der Ablenkung vorzubeugen, solle man sich in einer ruhigen Zelle aufhalten. Dann kehre der Geist zu sich selbst zurĂŒck.cite-ref-85[85]
Die Anweisungen in den Aufrichtigen ErzĂ€hlungen eines russischen Pilgers, deren Verfasser an die Philokalie anknĂŒpft, folgen den schon im Mittelalter ausgeformten Leitlinien. Der Hesychast soll in sitzender Haltung, mit geneigtem Kopf und geschlossenen Augen das Jesusgebet unablĂ€ssig wiederholen. Dabei bemĂŒht er sich, fremde Gedanken zu vertreiben. Er fĂŒhrt seinen Geist (sein Denken) âaus dem Kopf ins Herzâ. Das Gebet spricht er leise oder auch nur im Geist. Er richtet seine Aufmerksamkeit auf das Herz, das als Sitz der Seele gilt, und achtet dabei auch auf seinen Atem, in dessen Rhythmus er betet.cite-ref-86[86]
Betont wird in der hesychastischen Literatur und besonders bei den Athosmönchen, dass Ă€uĂerliche Aspekte wie Haltung und Atemtechnik nur Mittel zum Zweck der Beruhigung seien. Die AtemĂŒbung sei zwar hilfreich und sehr empfehlenswert, doch solle man sie nicht als das Wesentliche betrachten. Nach Palamasâ Darstellung sind die physischen Regeln hauptsĂ€chlich fĂŒr AnfĂ€nger nĂŒtzlich. Auch die angestrebte Ruhe ist fĂŒr die Hesychasten kein Selbstzweck, sondern nur eine Voraussetzung fĂŒr die Erreichung des spirituellen Ziels.cite-ref-87[87] Im 19. Jahrhundert erklĂ€rte Feofan Goworow, einer der einflussreichsten russischen Hesychasten, alle ĂuĂerlichkeiten fĂŒr unwesentlich; nur auf das innere, geistliche Gebet komme es an, âdas ganz in sich selbst steht, ohne irgendeine Ă€uĂere Form oder körperliche Haltungâ. Das innere Gebet bestehe darin, dass der Intellekt ins Herz hinabgefĂŒhrt werde. Der Intellekt sei nicht von der Aufmerksamkeit zu trennen; daher solle man sich mit der Aufmerksamkeit im Herzen aufhalten und dort fest verankert bleiben; dann sei der Intellekt im Herzen. Das physische Herz sei nur âein Muskel aus Fleischâ und das Instrument der Seele, so wie das Hirn das Instrument der Intelligenz sei. Wenn die Liebe noch nicht erwacht sei, solle man auf die Gegenwart Gottes im Herzen vertrauen und nicht nach dem âWieâ seiner Anwesenheit fragen. Das kontemplative Beten sei ein wortloses Stehen â und schlieĂlich dauerhaftes Wandeln â in der Gegenwart Gottes. Feofan empfahl zwar das Jesusgebet, hielt es aber nur fĂŒr ein Hilfsmittel, auf das man auch verzichten könne. In den Gebetsworten und der Verrichtung des Gebets sei nichts, das in sich selbst Frucht bringen könne. Alle FrĂŒchte der Kontemplation könne man auch ohne dieses Gebet und sogar ohne jedes mĂŒndliche Gebet erlangen, wenn man nur ganz schlicht Intellekt und Herz auf Gott richte.cite-ref-88[88]
Die hesychastischen Autoren schĂ€tzen und empfehlen das Mönchsleben und insbesondere das weltabgewandte Einsiedlerleben, Schweigsamkeit ist ihnen wichtig. Im modernen Hesychasmus wird aber eine strikt mönchische LebensfĂŒhrung nicht als notwendige Voraussetzung fĂŒr die Erlangung der hesychia genannten Seelenruhe betrachtet. Als entscheidend gilt die innere Distanz zu den Ă€uĂeren VerhĂ€ltnissen, die der Hesychast erlangen und stets bewahren soll. Schon die WortfĂŒhrer des spĂ€tmittelalterlichen Hesychasmus, Gregorios Sinaites und Gregorios Palamas, waren der Ansicht, hesychastische SpiritualitĂ€t sei nicht nur im Rahmen eines Ă€uĂerlich abgeschiedenen Lebens praktizierbar. Inwieweit sie auch fĂŒr Laien geeignet ist, darĂŒber gingen unter den mittelalterlichen Hesychasten die Meinungen auseinander. Symeon der Neue Theologe meinte, es bestehe hinsichtlich der Möglichkeit, zur Gottesschau zu gelangen, zwischen Mönchen und anderen Christen kein Unterschied.cite-ref-89[89]
Erlernt wird das hesychastische Beten unter der Anleitung eines erfahrenen Praktizierenden. Schon im Mittelalter gab es aber auch autodidaktisch Lernende, die sich nur an die Anweisungen in der Literatur hielten, da ihnen kein Lehrer zur VerfĂŒgung stand.cite-ref-90[90]
Ausgaben und Ăbersetzungen von Quellen
âą Albert M. Ammann (Ăbersetzer): Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus. Ein Handbuch der spĂ€tbyzantinischen Mystik. 5. Auflage, Echter, WĂŒrzburg 2002, ISBN 978-3-429-04098-7 (deutsche Ăbersetzung des spĂ€tmittelalterlichen hesychastischen Handbuchs der Mönche Kallistos und Ignatios Xanthopoulos)
âą Gregor Hohmann u. a. (Ăbersetzer): Philokalie der heiligen VĂ€ter der NĂŒchternheit. 5 BĂ€nde, Der christliche Osten, WĂŒrzburg 2004, ISBN 3-927894-37-0 (sowie separates Stichwortverzeichnis, 2. Auflage 2007)
âą Emmanuel Jungclaussen (Ăbersetzer): Aufrichtige ErzĂ€hlungen eines russischen Pilgers. 11. Auflage, Herder, Freiburg 1981, ISBN 3-451-17088-4
âą Fairy von Lilienfeld (Ăbersetzerin): Nil Sorskij und seine Schriften. Die Krise der Tradition im Russland Ivans III. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1963, S. 193â284 (deutsche Ăbersetzung der Schriften Nil Sorskis)
âą Jean Meyendorff (Hrsg.): GrĂ©goire Palamas: DĂ©fense des saints hĂ©sychastes. 2 BĂ€nde, 2., ĂŒberarbeitete Auflage, Spicilegium Sacrum Lovaniense Administration, Leuven 1973 (kritische Edition der Triaden â Abhandlungen des Gregorios Palamas zur Rechtfertigung des Hesychasmus â mit französischer Ăbersetzung)
âą Ioannis Polemis (Hrsg.): Theologica varia inedita saeculi XIV. Georgius Pelagonius, Adversus Palamam. Anonymus, Adversus Cantacuzenum. Prochorus Cydones, De lumine Thaborico (= Corpus Christianorum. Series Graeca, Bd. 76). Brepols, Turnhout 2012, ISBN 978-2-503-53598-2 (kritische Edition von drei antipalamitischen Schriften des 14. Jahrhunderts)
âą Bonifaz Tittel (Ăbersetzer): Schimonach Ilarion: Auf den Bergen des Kaukasus. GesprĂ€ch zweier Einsiedler ĂŒber das Jesus-Gebet. Otto MĂŒller, Salzburg 1991, ISBN 3-7013-0791-1
Literatur
Ăbersichtsdarstellungen und allgemeine EinfĂŒhrungen
âą Fairy von Lilienfeld: Hesychasmus. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 15, de Gruyter, Berlin / New York 1986, ISBN 3-11-008585-2, S. 282â289.
âą Kallistos Ware, Sergei Hackel: The Eastern Tradition from the Tenth to the Twentieth Century. In: Cheslyn Jones u. a. (Hrsg.): The Study of Spirituality. 4. Auflage, The Society for Promoting Christian Knowledge, London 1996, ISBN 0-281-04150-4, S. 235â276
Gesamtdarstellung
âą Christopher D. L. Johnson: The Globalization of Hesychasm and the Jesus Prayer. Contesting Contemplation. Continuum, London/New York 2010, ISBN 978-1-4411-2547-7
Byzanz
âą Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik. Ihre Praxis und Theologie vom 7. Jahrhundert bis zum Beginn der Turkokratie, ihre Fortdauer in der Neuzeit. Lit Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-1525-7, S. 130â179, 207â264, 291â429, 461â496
⹠Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit. Eine Studie zum VerstÀndnis von Wesen und Energien des Heiligen Geistes und der Schau des göttlichen Lichtes bei den VÀtern der Orthodoxen Kirche von Origenes bis Gregor Palamas. Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2011, ISBN 978-3-7887-2525-9
âą Dirk KrausmĂŒller: The Rise of Hesychasm. In: The Cambridge History of Christianity, Band 5: Eastern Christianity. Hrsg. von Michael Angold. Cambridge University Press, Cambridge 2006, S. 101â126.
⹠John Meyendorff: Byzantine Hesychasm: historical, theological and social problems. Collected Studies. Variorum, London 1974, ISBN 0-902089-61-7 (Sammlung von AufsÀtzen des Verfassers, die insbesondere den Hesychasmusstreit im 14. Jahrhundert betreffen)
âą Marco Toti: La preghiera e lâimmagine. Lâesicasmo tardobizantino (XIIIâXIV secolo): temi antropologici, storico-comparativi e simbolici. Jaca Book, Milano 2012, ISBN 978-88-16-41177-7 (Untersuchung aus vergleichend-religionswissenschaftlicher Sicht)
Neuzeitliches Griechenland
âą Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought. The Political Hesychasm of John S. Romanides and Christos Yannaras. Lexington Books, Lanham 2011, ISBN 978-0-7391-4720-7
Russland
âą George A. Maloney: Russian Hesychasm. The spirituality of Nil Sorskij. Mouton, Den Haag 1973
RumÀnien
âą Serafim JoantÄ: Hesychasmus: RumĂ€nische Tradition und Kultur. Der christliche Osten, WĂŒrzburg 2003, ISBN 3-927894-36-2
Bulgarien
âą Maurice LaBauve HĂ©bert: Hesychasm, Word-Weaving, and Slavic Hagiography: The Literary School of Patriarch Euthymius. Otto Sagner, MĂŒnchen 1992, ISBN 3-87690-530-3, S. 19â34, 424â434
Westliche Rezeption
âą Andreas Ebert, Carol Lupu (Hrsg.): Hesychia. Claudius, MĂŒnchen 2012â2014
âą Bd. 1: Das Geheimnis des Herzensgebets, 2012, ISBN 978-3-532-62430-2
âą Bd. 2: Wege des Herzensgebets, 2014, ISBN 978-3-532-62461-6
âą Christopher D.L. Johnson: Globalization of Hesychasm and the Jesus Prayer: Contesting Contemplation (Continuum Advances In Religious Studies), Continuum 2010, ISBN 978-1-4411-2547-7.
âą Robert RapljenoviÄ: Athonitische SpiritualitĂ€t: Jesusgebet, noĂ«tische Methode und hesychastische Anthropologie. Norderstedt 2022.
Ikonographie
âą Anita Strezova: Hesychasm and Art: The Appearance of New Iconographic Trends in Byzantine and Slavic Lands in the 14th and 15th Centuries. Australian National University Press, Canberra 2014, ISBN 978-1-925021-83-7 (online)
Weblinks
Wiktionary: Hesychasmus
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Anmerkungen
cite-note-11. â Zur Etymologie und Begriffsgeschichte siehe Pierre AdnĂšs: HĂ©sychasme. In: Dictionnaire de spiritualitĂ©, Bd. 7/1, Paris 1969, Sp. 381â399, hier: 382â384. Vgl. Fairy von Lilienfeld: Hesychasmus. In: Theologische RealenzyklopĂ€die, Bd. 15, Berlin 1986, S. 282â289, hier: 282, 285.
cite-note-22. â Fairy von Lilienfeld: Hesychasmus. In: Theologische RealenzyklopĂ€die, Bd. 15, Berlin 1986, S. 282â289, hier: 285.
cite-note-33. â Pierre AdnĂšs: HĂ©sychasme. In: Dictionnaire de spiritualitĂ©, Bd. 7/1, Paris 1969, Sp. 381â399, besonders 381 f., 384â386, 391 f. Vgl. Eiji Hisamatsu: Gregorios Sinaites als Lehrer des Gebetes, Altenberge 1994, S. 113â124.
cite-note-44. â Zu Euagrios als VorlĂ€ufer des Hesychasmus siehe Hans-Veit Beyer: Die Lichtlehre der Mönche des vierzehnten und des vierten Jahrhunderts, erörtert am Beispiel des Gregorios SinaĂŻtes, des Euagrios Pontikos und des Ps.-Makarios/Symeon. In: Jahrbuch der Ăsterreichischen Byzantinistik 31/2, 1981, S. 473â512, hier: 474â491; Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 121â137; HĂ„kan Gunnarsson: Mystical Realism in the Early Theology of Gregory Palamas, Göteborg 2002, S. 36â42.
cite-note-55. â Hans-Veit Beyer: Die Lichtlehre der Mönche des vierzehnten und des vierten Jahrhunderts, erörtert am Beispiel des Gregorios SinaĂŻtes, des Euagrios Pontikos und des Ps.-Makarios/Symeon. In: Jahrbuch der österreichischen Byzantinistik 31/2, 1981, S. 473â512, hier: 498â511; Klaus Fitschen: Messalianismus und Antimessalianismus, Göttingen 1998, S. 269â272.
cite-note-66. â Zur Lehre des Diadochos siehe Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 137â151.
cite-note-77. â HĂ„kan Gunnarsson: Mystical Realism in the Early Theology of Gregory Palamas, Göteborg 2002, S. 51â58; Georg Wunderle: Zur Psychologie des hesychastischen Gebets, 2., erweiterte Auflage, WĂŒrzburg 1949, Nachdruck WĂŒrzburg 2007, S. 21 f. FĂŒr Einzelheiten von Johannesâ Konzept und dessen Wirkungsgeschichte siehe Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 71â158, besonders 130â139, zum Atem S. 136.
cite-note-88. â Zu Hesychios und seiner Rezeption im Hesychasmus siehe Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 159â179 und Jean Kirchmeyer: HĂ©sychius le SinaĂŻte. In: Dictionnaire de spiritualitĂ©, Bd. 7/2, Paris 1971, Sp. 408â410.
cite-note-99. â Kallistos Ware: Weisen des Gebetes und der Kontemplation. 1. In der Ostkirche. In: Bernard McGinn u. a. (Hrsg.): Geschichte der christlichen SpiritualitĂ€t, Bd. 1, WĂŒrzburg 1993, S. 394â412, hier: 406.
cite-note-1010. â Klaus Deppe: Der wahre Christ, Göttingen 1971 (Dissertation), S. 187â214; Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 203â218; Ferdinand R. Gahbauer: Byzantinische Dogmengeschichte, Heiligenkreuz 2010, S. 55 f.
cite-note-1111. â Zu Pseudo-Symeon und seiner Schrift, die auch unter dem Titel Ăber die drei Weisen des Gebetes verbreitet wurde, siehe Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 313â323; HĂ„kan Gunnarsson: Mystical Realism in the Early Theology of Gregory Palamas, Göteborg 2002, S. 68â72.
cite-note-1212. â Zu Theoleptos siehe Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 291â305; HĂ„kan Gunnarsson: Mystical Realism in the Early Theology of Gregory Palamas, Göteborg 2002, S. 72â76.
cite-note-1313. â Hans-Georg Beck: Kirche und theologische Literatur im byzantinischen Reich, 2. Auflage, MĂŒnchen 1977, S. 693 f.
cite-note-1414. â Markus 9,2â8; MatthĂ€us 17,1â8; Lukas 9,28â36.
cite-note-1515. â Volkmar Fritz: Tabor. In: Theologische RealenzyklopĂ€die, Bd. 32, Berlin 2001, S. 595â596, hier: 596.
cite-note-1616. â Gregorios Palamas, Triaden 1,3,43.
cite-note-1717. â Kallistos Ware, Sergei Hackel: The Eastern Tradition from the Tenth to the Twentieth Century. In: Cheslyn Jones u. a. (Hrsg.): The Study of Spirituality, 4. Auflage, London 1996, S. 235â276, hier: 252 f.
cite-note-1818. â Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 337 f., 348â353; Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 226â234.
cite-note-1919. â Georgi Kapriev: Philosophie in Byzanz, WĂŒrzburg 2005, S. 264 f., 286â289, 292 f., 300â308; Dorothea Wendebourg: Geist oder Energie, MĂŒnchen 1980, S. 11â19.
cite-note-2020. â Eine systematische Darstellung von Palamasâ Unterscheidung zwischen Wesen und WirkkrĂ€ften bietet Britta MĂŒller-Schauenburg: Religiöse Erfahrung, SpiritualitĂ€t und theologische Argumentation. Gotteslehre und Gottesebenbildlichkeit bei Gregorios Palamas, Stuttgart 2011, S. 240â259.
cite-note-2121. â Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 51 und Anm. 130, S. 73 f., 163, 165, 169 f., 177 f., 184, 193.
cite-note-2222. â Eine ausfĂŒhrliche Darstellung der im Konflikt vorgetragenen Argumente bietet HĂ„kan Gunnarsson: Mystical Realism in the Early Theology of Gregory Palamas, Göteborg 2002, S. 97â252.
cite-note-2323. â Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 242â248, 260 f.; Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 176 f.
cite-note-2424. â Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 248â265; Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 175â179.
cite-note-2525. â Siehe dazu Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 252â254; John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 213â227; Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 180â200.
cite-note-2626. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 142 f.
cite-note-2727. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 142â145.
cite-note-2828. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 145 f.
cite-note-3030. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 141.
cite-note-3131. â John Meyendorff: Byzantine Hesychasm, London 1974, Nr. VIII, S. 54â58; Georgi Kapriev: Philosophie in Byzanz, WĂŒrzburg 2005, S. 263â267, 271â273. Vgl. Gerhard Podskalsky: Von Photios zu Bessarion, Wiesbaden 2003, S. 13â15, 83â85; Hans-Georg Beck: Geschichte der orthodoxen Kirche im byzantinischen Reich, Göttingen 1980, S. 236; Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 171â174; Constantine N. Tsirpanlis: Byzantine Humanism and Hesychasm in the Thirteenth and Fourteenth Centuries: Synthesis or Antithesis, Reformation or Revolution? In: The Patristic and Byzantine Review 12, 1993, S. 13â23, hier: 18â23.
cite-note-3232. â Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 61 f.
cite-note-3333. â Jean Meyendorff: Palamas (GrĂ©goire). In: Dictionnaire de spiritualitĂ©, Bd. 12/1, Paris 1984, Sp. 81â107, hier: 102 f.; John Meyendorff: Byzantine Hesychasm, London 1974, Nr. VIII, S. 58â61; Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 58 f.; Susanne Hausammann: Das lebenschaffende Licht der unauflösbaren Dunkelheit, Neukirchen-Vluyn 2011, S. 254.
cite-note-3434. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 42â49.
cite-note-3535. â GĂŒnter Weiss: Joannes Kantakuzenos â Aristokrat, Staatsmann, Kaiser und Mönch â in der Gesellschaftsentwicklung von Byzanz im 14. Jahrhundert, Wiesbaden 1969, S. 103â107; John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 49â56; Hans-Georg Beck: Geschichte der orthodoxen Kirche im byzantinischen Reich, Göttingen 1980, S. 221 f., 225.
cite-note-3636. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 56â58.
cite-note-3737. â GĂŒnter Weiss: Joannes Kantakuzenos â Aristokrat, Staatsmann, Kaiser und Mönch â in der Gesellschaftsentwicklung von Byzanz im 14. Jahrhundert, Wiesbaden 1969, S. 32â40; John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 58 f., 63â65.
cite-note-3838. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 64â75. Zu den unterschiedlichen Parteinahmen siehe GĂŒnter Weiss: Joannes Kantakuzenos â Aristokrat, Staatsmann, Kaiser und Mönch â in der Gesellschaftsentwicklung von Byzanz im 14. Jahrhundert, Wiesbaden 1969, S. 113â137.
cite-note-3939. â John Meyendorff: A Study of Gregory Palamas, 2. Auflage, Leighton Buzzard 1974, S. 79 f.
cite-note-4040. â Gerhard Podskalsky: Von Photios zu Bessarion, Wiesbaden 2003, S. 75 und Anm. 358.
cite-note-4141. â Synodikon der Orthodoxie (deutsche Ăbersetzung) S. 13â18.
cite-note-4242. â Zum politischen und kirchenpolitischen Hintergrund der endgĂŒltigen Entscheidung fĂŒr den Palamismus siehe Hans-Georg Beck: Geschichte der orthodoxen Kirche im byzantinischen Reich, Göttingen 1980, S. 222â225.
cite-note-4343. â Hans-Georg Beck: Geschichte der orthodoxen Kirche im byzantinischen Reich, Göttingen 1980, S. 249 f.
cite-note-4444. â Maurice LaBauve HĂ©bert: Hesychasm, Word-Weaving, and Slavic Hagiography: The Literary School of Patriarch Euthymius, MĂŒnchen 1992, S. 20â31; Anthony-Emil N. Tachiaos: Gregory Sinaitesâ Legacy to the Slavs: Preliminary Remarks. In: Cyrillomethodianum 7, 1983, S. 113â165, hier: 117â121; Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 56 f., 81â83.
cite-note-4545. â Anthony-Emil N. Tachiaos: Gregory Sinaitesâ Legacy to the Slavs: Preliminary Remarks. In: Cyrillomethodianum 7, 1983, S. 113â165, hier: 121 f.
cite-note-4646. â Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 83â87.
cite-note-4747. â Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 13â27; Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 461â484.
cite-note-4848. â Siehe die Untersuchung von Anita Strezova: Hesychasm and Art, Canberra 2014, S. 63â241.
cite-note-4949. â Zu Einzelheiten siehe Gerhard Podskalsky: Il metropolita Cipriano di Kiev/Mosca e la comparsa dellâesicasmo in Russia. In: Adalberto Mainardi (Hrsg.): Nil Sorskij e lâesicasmo, Magnano 1995, S. 205â215; skeptisch beurteilt die Belege fĂŒr russischen Hesychasmus im 14. Jahrhundert Fairy von Lilienfeld: Der athonitische Hesychasmus des 14. und 15. Jahrhunderts im Lichte der zeitgenössischen russischen Quellen. In: JahrbĂŒcher fĂŒr Geschichte Osteuropas 6, 1958, S. 436â448, hier: 439.
cite-note-5050. â Fairy von Lilienfeld: Nil Sorskij und seine Schriften, Berlin 1963, S. 41, 133â157; Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 88â92; George A. Maloney: Russian Hesychasm, Den Haag 1973, S. 113â118, 134â141.
cite-note-5151. â Gerhard Podskalsky: Griechische Theologie in der Zeit der TĂŒrkenherrschaft (1453â1821), MĂŒnchen 1988, S. 36â46.
cite-note-5252. â Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 92 f.
cite-note-5353. â Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 65 f.; Bernhard Schultze: Die Bedeutung des Palamismus in der russischen Theologie der Gegenwart. In: Scholastik 26, 1951, S. 390â412, hier: 391â395. Vgl. Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought, Lanham 2011, S. 108 f.
cite-note-5454. â Zu Nikodemos siehe Gerhard Podskalsky: Griechische Theologie in der Zeit der TĂŒrkenherrschaft (1453â1821), MĂŒnchen 1988, S. 371â374, 377â382.
cite-note-5555. â Zur Rolle Welitschkowskis siehe Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 95â102.
cite-note-5656. â Siehe dazu Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 10â13.
cite-note-5757. â Einen Ăberblick ĂŒber diese Entwicklungen in der Moderne aus hesychastischer Sicht bietet Philip Sherrard: Die Wiedergeburt der hesychastischen SpiritualitĂ€t. In: Louis DuprĂ©, Don E. Saliers (Hrsg.): Geschichte der christlichen SpiritualitĂ€t, Bd. 3, WĂŒrzburg 1997, S. 439â451.
cite-note-5858. â Nel Grillaert: Whatâs in Godâs name: literary forerunners and philosophical allies of the imjaslavie debate. In: Studies in East European Thought 64, 2012, S. 163â181, hier: 168 f.
cite-note-5959. â Holger KuĂe: Metadiskursive AusprĂ€gungen des religiösen Diskurses in Russland im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert. In: Irina Podtergera (Hrsg.): Schnittpunkt Slavistik, Teil 1, Göttingen 2012, S. 409â428, hier: 419â422; Holger KuĂe: Von der Namensverehrung zur Namensphilosophie. In: Holger KuĂe (Hrsg.): Name und Person. BeitrĂ€ge zur russischen Philosophie des Namens, MĂŒnchen 2006, S. 77â110, hier: 77â85; Bernhard Schultze: Die Bedeutung des Palamismus in der russischen Theologie der Gegenwart. In: Scholastik 26, 1951, S. 390â412, hier: 395â398; Michael Hagemeister: Imjaslavie â imjadejstvie. In: Tatjana Petzer u. a. (Hrsg.): Namen. Benennung â Verehrung â Wirkung. Positionen der europĂ€ischen Moderne, Berlin 2009, S. 77â98; Nel Grillaert: Whatâs in Godâs name: literary forerunners and philosophical allies of the imjaslavie debate. In: Studies in East European Thought 64, 2012, S. 163â181, hier: 169â180.
cite-note-6060. â Zu Losskys VerstĂ€ndnis des Hesychasmus siehe Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought, Lanham 2011, S. 128â139.
cite-note-6161. â Dumitru StÄniloae: Viata si invatatura sfintului Grigorie Palama, Sibiu 1938.
cite-note-6262. â Dumitru Staniloae: ThĂ©ologie ascĂ©tique et mystique de lâĂglise orthodoxe, Paris 2011, S. 456â471. Vgl. Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought, Lanham 2011, S. 127.
cite-note-6363. â Michael Weber: Der geistig-geistliche Mensch im Konzept der Gnade bei Dumitru Staniloae (= Forum Orthodoxe Theologie, Bd. 12), Berlin 2012, S. 188 ff.
cite-note-6464. â Siehe dazu Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought, Lanham 2011, S. 1â3, 22â31, 195â198, 218â220, 223â225, 233â235; Hierotheos (Vlachos): St. Gregory Palamas as a Hagiorite, 2. Auflage, Levadia 2000, S. 21â30, 63 f., 76, 308â310, 316â319, 331, 357â359; Hierotheos Vlachos: Orthodoxe SpiritualitĂ€t (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.orthlit.de. Vgl. Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 70â72.
cite-note-6565. â Reinhard Flogaus: Theosis bei Palamas und Luther, Göttingen 1997, S. 50â53.
cite-note-6666. â Klaus Gnoth: Antwort vom Athos, Göttingen 1990, S. 127 f.
cite-note-6767. â Zu Meyendorffs Ergebnissen siehe Daniel P. Payne: The Revival of Political Hesychasm in Contemporary Orthodox Thought, Lanham 2011, S. 139â145.
cite-note-6868. â Beispielsweise Kyriakos Savvidis: Die Lehre von der Vergöttlichung des Menschen bei Maximos dem Bekenner und ihre Rezeption durch Gregor Palamas, St. Ottilien 1997, S. 195â197; Georgios I. Mantzaridis: The Deification of Man. St Gregory Palamas and the Orthodox Tradition, Crestwood 1984, S. 122â124.
cite-note-6969. â Martin Jugie: Palamite (controverse). In: Dictionnaire de thĂ©ologie catholique, Bd. 11, Teil 2, Paris 1932, Sp. 1777â1818, hier: 1777 f., 1816 f.
cite-note-7070. â Gerhard Podskalsky: Theologie und Philosophie in Byzanz, MĂŒnchen 1977, S. 154â156, 158â160, 172 f.
cite-note-7171. â Dorothea Wendebourg: Gregorios Palamas. In: Friedrich Wilhelm Graf (Hrsg.): Klassiker der Theologie, Bd. 1, MĂŒnchen 2005, S. 203â223, hier: 206 f.
cite-note-7272. â Vgl. Bernhard Schultze: Grundfragen des theologischen Palamismus. In: Ostkirchliche Studien 24, 1975, S. 105â135, hier: 130 f.
cite-note-7373. â Fairy von Lilienfeld: Hesychasmus. In: Theologische RealenzyklopĂ€die, Bd. 15, Berlin 1986, S. 282â289, hier: 284 f.
cite-note-7474. â Eine Ăbersicht bietet Britta MĂŒller-Schauenburg: Religiöse Erfahrung, SpiritualitĂ€t und theologische Argumentation. Gotteslehre und Gottesebenbildlichkeit bei Gregorios Palamas, Stuttgart 2011, S. 268â282.
cite-note-7575. â Siehe dazu Sabine Bobert: Die Rolle des immerwĂ€hrenden Jesusgebets im Konzept des âMTP â Mental Turning Pointâ fĂŒr mystische Erfahrungen heute. In: Andreas Ebert, Carol Lupu (Hrsg.): Hesychia, Bd. 2, MĂŒnchen 2014, S. 108â120.
cite-note-7676. â Kallistos Ware: Weisen des Gebetes und der Kontemplation. I. In der Ostkirche. In: Bernard McGinn u. a. (Hrsg.): Geschichte der christlichen SpiritualitĂ€t, Bd. 1, WĂŒrzburg 1993, S. 394â412, hier: 396â399; Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 34; Georgi Kapriev: Philosophie in Byzanz, WĂŒrzburg 2005, S. 241 f., 265 f.; speziell zur nepsis IrĂ©nĂ©e Hausherr: HĂ©sychasme et priĂšre, Rom 1966, S. 225â237.
cite-note-7777. â Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 78 f.
cite-note-7878. â Georg Wunderle: Zur Psychologie des hesychastischen Gebets, 2., erweiterte Auflage, WĂŒrzburg 1949, Nachdruck WĂŒrzburg 2007, S. 18 f.; Georgi Kapriev: Philosophie in Byzanz, WĂŒrzburg 2005, S. 241 f.
cite-note-7979. â Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 9 f., 35 f.
cite-note-8080. â Lukas 17,21; Nikephoros folgt dem traditionellen VerstĂ€ndnis der Stelle, das auch die Basis von Luthers Ăbersetzung ist.
cite-note-8181. â Kallistos Ware, Sergei Hackel: The Eastern Tradition from the Tenth to the Twentieth Century. In: Cheslyn Jones u. a. (Hrsg.): The Study of Spirituality, 4. Auflage, London 1996, S. 235â276, hier: 244 f.; Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 311â313, 317â319.
cite-note-8282. â Kallistos Ware, Sergei Hackel: The Eastern Tradition from the Tenth to the Twentieth Century. In: Cheslyn Jones u. a. (Hrsg.): The Study of Spirituality, 4. Auflage, London 1996, S. 235â276, hier: 247; Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 330â332, 336 f. Zur WĂ€rmeempfindung siehe Eiji Hisamatsu: Gregorios Sinaites als Lehrer des Gebetes, Altenberge 1994, S. 400â410.
cite-note-8383. â Kallistos Ware, Sergei Hackel: The Eastern Tradition from the Tenth to the Twentieth Century. In: Cheslyn Jones u. a. (Hrsg.): The Study of Spirituality, 4. Auflage, London 1996, S. 235â276, hier: 244 f.; John Meyendorff: Byzantine Hesychasm, London 1974, Nr. XII, S. 191 f.
cite-note-8484. â Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 44; Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 356.
cite-note-8585. â Ignatios und Kallistos Xanthopoulos, Zenturie Kapitel 23.
cite-note-8686. â Georg Wunderle: Zur Psychologie des hesychastischen Gebets, 2., erweiterte Auflage, WĂŒrzburg 1949, Nachdruck WĂŒrzburg 2007, S. 20â24.
cite-note-8787. â Georg Wunderle: Zur Psychologie des hesychastischen Gebets, 2., erweiterte Auflage, WĂŒrzburg 1949, Nachdruck WĂŒrzburg 2007, S. 30 f.; Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 73â75; John Meyendorff: Byzantine Hesychasm, London 1974, Nr. XII, S. 196 f.
cite-note-8888. â Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 113â117.
cite-note-8989. â Albert M. Ammann: Die Gottesschau im palamitischen Hesychasmus, 5. Auflage, WĂŒrzburg 2002, S. 34â36, 39; Kallistos Ware: Weisen des Gebetes und der Kontemplation. I. In der Ostkirche. In: Bernard McGinn u. a. (Hrsg.): Geschichte der christlichen SpiritualitĂ€t, Bd. 1, WĂŒrzburg 1993, S. 394â412, hier: 409 f.; Susanne Hausammann: Wege und Irrwege zur kirchlichen Einheit im Licht der orthodoxen Tradition, Göttingen 2005, S. 57, 67â71; Klaus Deppe: Der wahre Christ, Göttingen 1971 (Dissertation), S. 107 f.
cite-note-9090. â Fairy von Lilienfeld: Hesychasmus. In: Theologische RealenzyklopĂ€die, Bd. 15, Berlin 1986, S. 282â289, hier: 283; Georg GĂŒnter Blum: Byzantinische Mystik, Berlin 2009, S. 318.